Besuch bei Modelleisenbahner Franz Klein

Modelleisenbahner Franz Klein : Lebenstraum Eisenbahn

Der majestätische Trans-Europa-Express zieht vorüber, dazu Dampflokomotiven mit Tender und der gute alte rote Schienenbus: Modelleisenbahner Franz Klein (69) begeistert sich seit seiner Kindheit für die Eisenbahn mit all ihren Facetten. „Ein Hobby, das jung hält“, sagt Klein.

Es gibt da dieses SchwarzWeiß-Foto aus dem Jahr 1956, akkurat eingeklebt in ein Fotoalbum dieser Zeit. Darauf sieht man Herrn Klein im Kindergarten. Und während die übrigen Kinder am Tisch sitzen und basteln, steht der damals Sechsjährige an einer Tafel und malt eine Dampflok. „Mit allem Drum und Dran“, sagt Klein. „Und ein Beleg dafür, dass ich mich schon sehr früh für die Eisenbahn interessiert habe.“

Gründe dafür gibt es zahlreiche: Sein Vater war als Eisenbahner tätig. Und aufgewachsen ist Franz Klein in den 1950er- und 1960er-Jahren an der Oberbilker Allee in einem reinen Eisenbahner-Haus mit unmittelbarem Blick auf die Gleise Richtung Hauptbahnhof. Bis heute weiß er, welche Züge dort einst aus welcher Richtung einliefen; zu Beginn seines erwachenden Interesses noch dampfbetrieben, später dann elektrifiziert.

Weil die Familie kein Auto besaß, wurden sämtliche Reisen, darunter auch Fernreisen zu seiner Großmutter, die im Landkreis Nürnberg lebte, mit der Bahn unternommen. Seine Begeisterung für die Eisenbahnen beschränkte sich allerdings nicht auf Strecken und Fahrpläne allein, insbesondere die Technik faszinierte den Jungen.

Bereits als Siebenjähriger wurde Franz Klein zu Weihnachten mit einer kleinen Modelleisenbahn beschenkt. Lokomotiven der Serie Trix Express, die er nicht nur bereits als Kind modifizierte, um sie auch im Verbund fahren lassen zu können, sondern die er auch heute noch besitzt. Sein technisches Interesse, aber auch sein handwerkliches Geschick war schließlich auch der Grund dafür, später ein Studium des Bauingenieurswesens mit dem Schwerpunkt Städtebau und Verkehrswesen zu ergreifen.

Große Pausen gab es für den begeisterten Modelleisenbahner nie. Selbst während seines Studiums bastelte der junge Student an Eisenbahnanlagen, nicht nur, weil das Eisenbahnwesen auch ein Bestandteil seiner Ausbildung war.

Seit seinem Umzug nach Meerbusch vor über 30 Jahren widmet sich Franz Klein seinem Hobby schließlich in einem speziell dafür eingerichteten Raum im Keller seines Hauses. Auf rund 18 Quadratmetern entsteht dort seither eine Modelleisenbahnlandschaft mit allen Details: Nahverkehr, Fernverkehr und wichtige Verkehrsachsen, die der realen Welt entsprechen könnten. Selbst Triebwagen und Beiwagen bearbeitet er oftmals, stattet sie nachträglich mit Licht aus oder überarbeitet sie technisch, damit sie ihren Weg störungsfrei über Weichen finden. Und dabei ist nicht nur die Streckenführung bis ins kleinste Details ausgeklügelt: Auf der Platte ist eine pittoreske Landschaft im Miniaturformat entstanden.

Wichtig ist ihm dabei die absolute Detailtreue, spezielle Szenen an Bahnhöfen etwa stellt er mit entsprechenden Zügen akribisch nach. Aber auch das Drumherum stimmt: Während sich Minischwimmer aus Kunststoff im innerstädtischen Hallenbad vergnügen, führt eine Seilbahn die kleinen Besucher auf die alles überragende Wallfahrtskapelle mit Ausflugsgaststätte hinauf. Von dort oben lässt sich die Landschaft im Miniformat, die Franz Klein immer wieder neu gestaltet, am besten überblicken.

Ob das Hobby Modelleisenbahn eine Zukunft habe, beantwortet Franz Klein mit einem Blick in die Landschaft der Modelleisenbahnfachgeschäfte in Düsseldorf. Von ursprünglich zahlreichen dieser Geschäfte ist heute nur eine kleine Handvoll übriggeblieben. „Ein Hobby, das damals vielleicht auch mangels Alternativen von vielen Interessierten betrieben wurde, ist heute zu einem Nischenhobby geworden“, sagt er. Für Franz Klein bleibt die Welt der Eisenbahn indes ein Lebenstraum: „Wenn man sich mit Modelleisenbahnen beschäftigt, dann bleibt man immer auch ein bisschen Kind.“