Lage und Geschichte der „Stolpersteine“ in Online-Portal Klicks zu den Opfern

Mahn- und Gedenkstätte, deren Förderkreis und die Stadt haben jetzt ein Online-Portal vorgestellt, mit dem die in Düsseldorf verlegten „Stolpersteine“und die dazugehörigen Biografien digital zu finden sind.

Die Stolpersteine von Liebe und David Arom an der Wallstraße 3.

Die Stolpersteine von Liebe und David Arom an der Wallstraße 3.

Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf/Ingo Lammert

„Die intensive Zusammenarbeit von Gedenkstätte und Vermessungs- und Katasteramt hat es ermöglicht, den Menschen ein so wichtiges Projekt unserer lebendigen Erinnerungskultur zugänglich zu machen“, sagt Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller. „Die ‚Stolpersteine‘ im gesamten Stadtgebiet, es sind 372,  zeigen anhand konkreter Beispiele, wie stark das nationalsozialistische Regime auch in Düsseldorf Einfluss auf das Leben und den Alltag der damals hier lebenden Menschen genommen hat.“ Dank des neuen Online-Portals könnten Interessierte Bürgerinnen und Bürger jetzt mit wenigen Klicks Orte der ‚Stolpersteine‘ finden und die Geschichte dahinter erfahren. Keller: „Wir präsentieren damit einen sehr zeitgemäßen Zugang zu unserer Stadtgeschichte.“

Projektleiterin Hildegard Jakobs, stellvertretende Leiterin der Gedenkstätte, blickt zurück: „Noch 2012 haben wir ein gedrucktes Buch mit den Biografien der NS-Opfer, derer mit einem Stolperstein gedacht wird, vorgelegt - das war sehr schnell vergriffen. Heute sind wir mit den digitalen Möglichkeiten ein gutes Jahrzehnt weiter.“ Die ermordete Person solle nicht nur mit knappen Daten und dem Grund der Ermordung, sondern mit einer Kurzbiografie und weiteren Informationen gewürdigt werden. „Das Angebot ergänzt das Projekt des Künstlers hier vor Ort sehr stark und beantwortet viele Fragen der Anwohnerinnen und Anwohner. Zudem setzen wir es auch verstärkt in der Bildungsarbeit der Gedenkstätte ein“, sagt Jakobs weiter.

 Blick auf das Angebot auf dem Computer-Bildschirm.

Blick auf das Angebot auf dem Computer-Bildschirm.

Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf/Ingo Lammert

Der Künstler Gunter Demnig (Köln/ Berlin) verlegt seit Anfang der 1990er Jahre „Stolpersteine“ (kleine Kuben mit Messingplatten im Bürgersteig), um an verschiedene Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern. Verlegeorte sind in der Regel die letzten freiwillig gewählten Wohnadressen derjenigen Menschen, die dann verhaftet, verschleppt oder deportiert wurden. Ein Ratsbeschluss aus dem Jahre 2003 hat das Projekt auch für Düsseldorf geöffnet. Die Jüdische Gemeinde hatte den Künstler 2009 für sein Werk mit der Josef-Neuberger-Medaille ausgezeichnet. Ende Mai 2023 hatte Gunter Demnig seinen 100.000. Stolperstein verlegt. Es gibt sie inzwischen in 1.800 Städten in 28 Ländern. Es ist damit das größte dezentrale Mahnmal der Welt.

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