Flüchtlinge in Düsseldorf: Stadt setzt weiter auf dezentrale Unterbringung

Flüchtlinge in Düsseldorf : Stadt setzt weiter auf dezentrale Unterbringung

Unter der Voraussetzung, dass 2016 etwa die gleiche Anzahl von Flüchtlingen nach Deutschland kommt, rechnet die Stadt Düsseldorf mit 6.300 neuen Flüchtlingen, die in diesem Jahr in Düsseldorf untergebracht werden müssen.

Hinzu kommen rund 700 Personen, die Asylfolgeanträge stellen. Darüber hinaus rechnet die Stadt noch mit der Zuweisung von 2015 zunächst vorübergehend in Unterkünften des Landes aufgenommenen Flüchtlingen.

Hierzu laufen noch Gespräche mit der zuständigen Bezirksregierung. Zum Jahresende 2015 lebten insgesamt 5.120 Menschen mit verfestigtem Aufenthaltsstatus in Unterkünften der Stadt Düsseldorf.

Der Platzbedarf lag insgesamt bei 6.100 Plätzen, die auch geschaffen wurden. Denn durch Fluktuation und andere Umstände können die Einrichtungen nicht zu 100 Prozent ausgelastet werden.

"Die Stadt Düsseldorf stellt sich der großen Herausforderung und lässt nicht nach im Bestreben, trotz schwieriger Rahmenbedingungen bei Flächen und Gebäuden, die Flüchtlinge in der Stadt unterzubringen", erklärt Stadtdirektor Burkhard Hintzsche.

Um weitere Unterbringungsmöglichkeiten zu schaffen, wurden verschiedene Mietverträge zu Bestandsgebäuden abgeschlossen. Diese werden nun zu Sammelunterkünften umgebaut, die Nutzung der Räumlichkeiten kann voraussichtlich ab dem 2. Quartal erfolgen.

Es handelt sich um die Standorte Höherweg, Kieshecker Weg, Graf-Adolf-Straße, Markenstraße, Nördlicher Zubringer und Robert-Stolz-Straße. Insgesamt können dort rund 1.400 Plätze neu geschaffen werden. Weitere Vertragsgespräche für zwei Standorte konkretisieren sich mit Kapazitäten von 380 Plätzen. Derzeit befinden sich weitere 34 Objekte in der Eignungsprüfung, wobei für sieben Liegenschaften Vorhandlungen aufgenommen wurden.

Die neue Wohnmodulanlage am Karweg 24a wird Ende der 10. Kalenderwoche mit 160 Plätzen in Betrieb genommen. Für die Standorte Duderstädter Straße und Auf´m Tetelberg mit insgesamt 360 Plätzen erfolgt die Inbetriebnahme voraussichtlich ab dem 2. Quartal 2016.

Die städtischen Ämter überprüfen derzeit alle städtischen Grundstücke auf ihre Eignung, dort Flüchtlingsunterkünfte zu bauen. Nach Auswertung der ersten Ämterumläufe mit 23 Grundstücken wurden sechs Grundstücke als geeignet und drei Grundstücke als bedingt geeignet klassifiziert.

Für sieben Grundstücke wurden bereits Machbarkeitsstudien in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse liegen jetzt vor. Es ist im nächsten Schritt geplant Grundstücke am Franz-Rennefeld-Weg sowie den Straßen In der Nießdonk/Am Kirschbaum, Zum Gut Heiligendonk, Torfbruchstraße, Lützenkircher Straße, Ickerswarder Straße und Ingeborg-Bachmann-Straße mit Flüchtlingsunterkünften zu bebauen.

Erste Prüfungen haben eine Belegbarkeit der Grundstücke mit jeweils 150 bis 550 Plätzen ergeben. In den nächsten Schritten erfolgen Konkretisierungen und Planungen. Geplant sind die Unterkünfte zur Inbetriebnahme noch in diesem Jahr. Finanzierung und Umsetzungszeiträume sind derzeit noch in der Abstimmung. Insgesamt können so 2016 weitere 2.400 Plätze geschaffen werden.

Die Stadt rechnet in Kürze mit den Ergebnissen der Grundstücksprüfungen, so dass die nächsten Planungen beziehungsweise Machbarkeitsstudien erstellt werden können und in diesem Jahr weitere Plätze geschaffen werden können.

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