Künstlergruppe Haltepunkt: „Ab morgen wird alles anders“ Neue Kunst im Gerresheimer Bahnhof

Künstlerinnen und Künstler aus Düsseldorf und Duisburg beleben mit einer neuen Ausstellung den Gerresheimer Kulturbahnhof an der Heyestraße. Die Schau „Ab morgen wird alles anders“ kann bis zum 24. Oktober besichtigt werden. Bei der Eröffnung ging es aber um viel mehr.

 Oberbürgermeister Thomas Geisel im Gespräch mit dem Künstler Uwe Piel im Eingang des Gerresheimer Kulturbahnhofs, rechts Dorothee Büsse, die unermüdliche Antreiberin der Gruppe „Haltepunkt“.

Oberbürgermeister Thomas Geisel im Gespräch mit dem Künstler Uwe Piel im Eingang des Gerresheimer Kulturbahnhofs, rechts Dorothee Büsse, die unermüdliche Antreiberin der Gruppe „Haltepunkt“.

Foto: Klaus Schröder

Oberbürgermeister Thomas Geisel hatte seinen Besuch angekündigt, was den Redner des Nachmittags zu einer großen Bilanz des bürgerschaftlichen Engagements im Gerresheimer Süden inspirierte.

Professor Niklaus Fritschi hat 2007 den Förderkreis Industriepfad mitgegründet, der wiederum Jahre später mithalf, den ältesten Bahnhof Düsseldorfs vor dem Abriss zu bewahren. „Die Bahnlinie zwischen Wuppertal und Düsseldorf und der Gerresheimer Station in der Nähe der Glashütte haben die Welt unserer Stadt nachhaltig verändert.“ Gleichermaßen sei es wichtig, dass das Denkmal der industriellen Entwicklung heute von Künstlern angenommen werde, sagte er und zählte die Aktionen der Künstlergruppe „Haltepunkt“ aus den letzten Jahren auf.

 „Rettet die Wildvögel“ hat Dorothee Büsse ihre Installation genannt.

„Rettet die Wildvögel“ hat Dorothee Büsse ihre Installation genannt.

Foto: Klaus Schröder

Eine Anmerkung zum Glashütten-Gelände, einen Steinwurf entfernt, wollte er sich nicht verkneifen. „Die Stadt hätte konsequenter die Planung der großen Fläche vorantreiben müssen.“ So gehe es jedoch heute den Käufern des Areals nur um den Profit, was niemanden sozial und kulturell weiterbringe. „Das lässt uns hier in Gerresheim nicht kalt.“ Oberbürgermeister Thomas Geisel gab Niklaus Fritschi recht und verwies in seiner Antwort darauf, dass das Grundstück nicht der Stadt gehört, „wir wollen aber ein weiteres Monopoly an dieser Stelle verhindern.“ Und die Bedingungen des Handlungskonzepts „Wohnen“ müssten eingehalten werden, öffentlich geförderter und preisgedämpfter Wohnungsbau von ingesamt 40 Prozent.

 „Weiß - so’n Scheiß“ hat Theo K. aus Duisburg seine Holzschubladen überschrieben.

„Weiß - so’n Scheiß“ hat Theo K. aus Duisburg seine Holzschubladen überschrieben.

Foto: Klaus Schröder

Dass „ab morgen alles anders werde“, wie der Titel der Ausstellung verspricht, gilt also nicht für das unmittelbare Umfeld und war eigentlich auch mehr auf die menschenbedrohte Welt gemünzt. So hat Dorothee Büsse Nistkästen gebastelt und die Installation genannt: „Rettet die Wildvögel“. Die Holzhäuschen werden nach dem Ende der Ausstellung verkauft.

 „Die Fähre über den Lethefluss“ - so nennt Beuys-Schüler Uwe Piel sein Gemälde.

„Die Fähre über den Lethefluss“ - so nennt Beuys-Schüler Uwe Piel sein Gemälde.

Foto: Klaus Schröder

Beuys-Schüler Uwe Piel arbeitete hintergründig. Seine „Fähre über den Lethefluss“ am Eingang der Räume orientiert sich an der griechischen Mythologie: Wer starb und aus dem Fluss trank, konnte sein bisheriges Leben vergessen, um wiedergeboren zu werden. Eine Mahnung an uns alle.

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