Düsseldorf: Stadt will mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen

Bezahlbarer Wohnraum im gesamten Stadtgebiet : Stadt setzt auf Tempo beim Wohnungsbau

Die Stadt Düsseldorf hat die Schaffung von Wohnraum zuletzt deutlich gesteigert und will das Tempo noch einmal erhöhen. Im Dreijahreszeitraum von 2017 bis 2019 will die Stadt durchschnittlich 3.000 Bauanträge pro Jahr genehmigen.

Im Vergleichszeitraum zuvor hatte sie 2.820 Baugenehmigungen ausgesprochen, von 2011 bis 2013 wurden nur 1.920 Anträge erledigt. 2019 will die Stadt vor allem mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen. Dazu will sie der städtischen SWD deutlich mehr Grundstücke zur Verfügung stellen. Oberbürgermeister Thomas Geisel: "Wichtig ist mir, dass Wohnen bezahlbar bleibt und dass Wohnungen im gesamten Stadtgebiet entstehen. Dazu werden wir den 'Düsseldorfer Weg' weitergehen, nämlich den gesamten Prozess von der Identifizierung von Baugrund bis zur Fertigstellung der Wohnungen unter Dampf zu halten." Oberbürgermeister Geisel kündigte für das laufende Jahr außerdem einen intensivierten Dialog mit der Wohnungswirtschaft sowie Bund und Land an.

Zugleich will der OB dafür sorgen, dass vorhandene Wohnungen nicht durch Internetplattformen wie Airbnb zweckentfremdet werden und damit den Mietern nicht mehr zur Verfügung stehen. In einem Schreiben an das Bundesfinanzministerium und an NRW-Ministerpräsident Armin Laschet appellierte er, mit Zweckentfremdungssatzung und Meldepflicht entsprechende Voraussetzungen für Vermietungen bei Airbnb & Co zu schaffen. "Es kann nicht sein, dass wir die Wohnungen forciert bauen und auf der anderen Seite dauerhafte Angebote über Internetplattformen das Mietangebot verknappen und verteuern", sagte Geisel.
Düsseldorfs Wachstumspotenzial ist ungebrochen. Bezahlbares Wohnen genießt einen hohen Stellenwert in der Bevölkerung. Von Politik und Verwaltung wird verlangt, das Wachstum sozialverträglich zu gestalten und Preistreiberei und Spekulation nach Möglichkeit in Schach zu halten. Um diese Herausforderung zu meistern, hat die Stadt Grundsätze für den Städtebau formuliert:
- Innenverdichtung (einhergehend mit neuen Grünflächen, Bäumen und Familienbereichen) vor Außenzersiedelung
- Das Freihalten von Frischluftschneisen und Landschaftsschutz
- Die Berücksichtigung der künftigen Verkehrsströme inner- und außerorts.

Für ein nachhaltiges Wachstum beim Wohnungsbau kommt es darauf an, den gesamten 4-Stufen-Prozess zügig umzusetzen. Dazu zählen die Sondierung von Baugrund und Einleitung von Bebauungsplanverfahren, das Schaffen von Planungsrecht, die Erteilung von Baugenehmigungen und die Fertigstellungen der Wohnungen. Dabei spielt auch der Bürgerdialog eine entscheidende Rolle. "Wir wollen die Bürgerinnen und Bürger an diesem Prozess beteiligen", sagte Planungsdezernentin Cornelia Zuschke. Aktuell wird in mehreren Bürgerbeteiligungen (Paulsmühle, Fashionhäuser, Seestern etc.) um die Zahl neuer Wohnungen und die Verkehrsströme gerungen. Jeder B-Plan beinhaltet Verkehrsplanung, soziale Infrastruktur und Grün.

Die Stadt stellt Flächen für bezahlbaren Wohnungsbau bereit
- Für die weitere Stärkung der Städtischen Wohnungsgesellschaft als Bauherr
- Durch Übertragung von Grundstücken an die SWD
- Für das "Bündnis für genossenschaftliches Wohnen", d.h. eine verstärkte Zusammenarbeit mit Genossenschaften, mit Baugruppen und in besonderen Partnerschaftsmodellen
- Für neue Perspektiven für die Grundstücke der bisherigen Flüchtlingsunterkünfte
- Für die besten Konzepte (und nicht die höchsten Preise) aktuell an der Lacombletstraße, der Klimaschutzsiedlung am Wald, am Quellenbusch, der Hospitalstraße und für das Ludgeri-Projekt des Mehrgenerationenwohnens.

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