Nach Baumkontrolle: 51 Fällungen

Soeben ist eine großflächige Baumkontrolle im Stadtgebiet durch die Gärtnermeister abgeschlossen worden. Aus Gründen der Verkehrssicherheit müssen in der Folge 51 Bäume weichen.

Die Bäume werden ab der kommenden Woche durch Fachfirmen im Auftrag des Gartenamtes gefällt. In den meisten Fällen werden die Lücken durch Ersatzpflanzungen gefüllt. Die Fällungen können laut den Gärtnern nicht bis zum Herbst aufgeschoben werden. Im Vorfeld werden die Bäume auf Niststandorte überprüft, weil keine Nester zerstört oder brütende Vögel gestört werden sollen.

Für einen gesunden Baumbestand und um Schäden an Menschen oder Sachen zu verhindern, werden vom Garten-, Friedhofs- und Forstamt die Bäume im Straßenraum und an Wegen und Plätzen regelmäßig von speziell geschulten Mitarbeitern auf Anzeichen von Krankheiten oder Schäden kontrolliert. Die Gewährleistung der Baumkontrollen und die damit verbundene Verkehrssicherungspflicht ist eine städtische Aufgabe.

Die Kontrollen haben gezeigt, dass der Befall der Bäume mit holzzersetzenden Pilzen weiter zunimmt. Holzzerstörende Pilze verringern die Festigkeit des Holzes und gefährden somit die Stand- und Bruchsicherheit des Baumes. Der Prozess der Holzzersetzung bis zum Absterben des Baumes ist abhängig von der Baum- und der Pilzart. Pilze können bei verletzten oder geschwächten Bäumen mit Sporen über Wunden an Stamm, Krone oder über die Wurzel eindringen.

Einige Pilze kommen nur auf einer Baumart vor wie zum Beispiel der Birkenporling. Andere besiedeln ein breites Spektrum an Baumarten, etwa der Lackporling, der an fast allen heimischen Baumarten auftreten kann. Eine Wiederherstellung des Baumes ist bei Pilzbefall nicht möglich. Besonders aggressive holzzersetzende Pilze sind Riesenporling, Lackporling, Hallimasch oder Brandkrustenpilz. Nachfolgend eine Aufstellung der Bäume, die gefällt werden müssen, sortiert nach Stadtbezirken:

Stadtbezirk 1

Im Stadtbezirk 1 (Altstadt, Carlstadt, Stadtmitte, Pempelfort, Derendorf, Golzheim) müssen zwei Bäume weichen. An der Graf-Adolf-Straße zeigt eine Kastanie tiefe Morschungen am Stammfuß, an der Louise-Dumont-Straße 9 weist eine Eberesche durch Pilzbefall (Lackporling) deutliche Schadsymptome auf. Eine Fällung kann nicht länger aufgeschoben werden, die Bäume sind nicht mehr verkehrssicher.

Stadtbezirk 2

Im Stadtbezirk 2 (Flingern, Düsseltal) müssen drei Bäume gefällt werden. Zwei Scheinakazien An der Icklack sind vom Schwefelporling befallen. Weiterhin zeigt eine Kastanie am Kinderspielplatz Kühlwetterstraße Schadsymptome des so genannten Kastanienblutens oder auch "Pseudomonas syringae aesculi". Die Schädigungen sind so weit fortgeschritten, dass eine Erhaltung dieser Bäume nicht mehr möglich ist.

Stadtbezirk 3

Insgesamt zehn Bäume sind im Stadtbezirk 3 (Oberbilk, Unterbilk, Bilk, Friedrichstadt, Hafen, Hamm, Flehe, Volmerswerth) betroffen, darunter sind vier bereits abgestorbene Platanen auf dem Parkplatz am Südfriedhof.

An der Moorenstraße werden zwei Linden gefällt, eine weist einen Sturmschaden auf, die andere hat starke Schädigungen am Stamm. Die mächtigen Bäume mit einem Stammumfang von zwei Metern können leider nicht erhalten werden. An der Morsestraße lautet die Diagnose für eine weitere Kastanie auf einen Bakterienbefall "Pseudomonas syringae aesculi" im fortgeschrittenen Stadium. Dieser Baum hat einen Stammumfang von zweieinhalb Metern. Drei Scheinakazien zeigen tiefe Morschungen am Stammfuß, eine befindet sich an der Schloßmannstraße, die beiden anderen Straßenbäume stehen auf der Sonnenstraße. Die drei Bäume sind schon so weit geschädigt, dass sie nicht mehr standsicher sind und eine Fällung nicht länger aufgeschoben werden kann.

Stadtbezirk 4

In den linksrheinischen Stadtteilen (Oberkassel, Heerdt, Lörick, Niederkassel) stehen elf Bäume zur Fällung an. Auf dem Gelände der Benediktusschule müssen zwei Pappeln und eine Linde noch aufgrund der Schädigungen durch Sturm Ela gefällt werden. Zudem wird eine bereits abgestorbene Eberesche an der Lanker Straße entnommen. Kastanien sind auch linksrheinisch betroffen, ein Baum an der Heerdter Landstraße und gleich zwei an der Krefelder Straße/Berzeliusstraße haben Schädigungen durch das Bakterium "Pseudomonas syringae aesculi" im fortgeschrittenen Stadium und sind nicht mehr zu erhalten.

Holzzersetzende Pilze haben insgesamt vier Bäume so stark geschädigt, dass sie nicht mehr standsicher sind. Schwefelporling wurde bei zwei Scheinakazien an der Knechtstedenstraße diagnostiziert, an der Tannhäuserstraße hat der Lackporling eine Eberesche sehr stark geschädigt.

Stadtbezirk 5

Im Stadtbezirk 5 (Stockum, Lohausen, Kaiserswerth, Wittlaer, Kalkum, Angermund) müssen insgesamt zehn Bäume gefällt werden. In der Kleingartenanlage Stadionweg haben zwei Bäume so genannte Zwiesel ausgebildet. Eine Kirsche und eine Weide haben durch die Zwieselbildung bereits Stammschäden davongetragen und sind bruchgefährdet.

Zwei weitere Bäume, eine Birke und eine Kirsche, in dieser Kleingartenanlage haben tiefe Morschungen im Stamm und sind nicht mehr verkehrssicher. Aufgrund von Sturmschäden wird ein kleiner Apfelbaum in der Grünanlage Heinrich-Holtschneider-Weg gefällt. In dieser Grünanlage wird auch eine recht junge Kastanie, Stammumfang nur 60 Zentimeter, aufgrund einer Komplexerkrankung gefällt. Holzzersetzende Pilze haben eine Linde und einer Eiche so stark zugesetzt, dass sie nicht mehr standsicher sind. Bei der Eiche mit einem Stammumfang von 3,40 Metern auf dem Kinderspielplatz Goldregenweg wurde der besonders aggressive Brandkrustenpilz festgestellt. Der Lackp orling hat die Linde an der St.-Görres-Straße geschädigt. Aufgrund von massiven Sturmschäden müssen eine Eiche am Wacholder Weg und eine Scheinakazie auf dem Kinderspielplatz Hoppengarten leider weichen.

Stadtbezirk 6

Im Stadtbezirk 6 (Lichtenbroich, Unterrath, Rath, Mörsenbroich) wird eine Weide am Kinderspielplatz Volkardeyer Weg gefällt. Aufgrund fortgeschrittener Schädigungen durch holzzersetzende Pilze — Lackporling — kann der Baum nicht erhalten werden.

Stadtbezirk 7

Im Stadtbezirk 7 (Gerresheim, Grafenberg, Ludenberg, Hubbelrath) müssen fünf Bäume weichen. Eine Kirsche an der Erkrather Landstraße, sowie zwei Ebereschen auf der Straße Am Scheidt sind bereits abgestorben. Außerdem müssen zwei große Ahornbäume Am Gartenkamp gefällt werden. Morschungen, verursacht durch holzzersetzende Pilze (Rauchporling) haben die Bäume mit einem Stammumfang von mehr als zwei Metern so weit geschädigt, dass sie nicht mehr verkehrssicher sind und eine Fällung unausweichlich ist.

Stadtbezirk 8

Im Stadtbezirk 8 (Eller, Lierenfeld, Unterbach, Vennhausen) muss auf der Straße Alt Eller eine Kastanie aufgrund eines Kronenanrisses gefällt werden.

Stadtbezirk 9

Im Stadtbezirk 9 (Wersten, Holthausen, Reisholz, Benrath, Urdenbach, Hassels, Itter, Himmelgeist) wird eine Eiche an der Steubenstraße gefällt. Der über zwei Meter dicke Stamm zeigt tiefe Morschungen und ist dadurch leider nicht mehr standsicher.

Stadtbezirk 10

Im Stadtbezirk 10 (Garath, Hellerhof) schließlich müssen sieben Bäume weichen. Ein abgestorbener Ahorn wird auf der Josef-Kleesattel-Straße entnommen. Drei Scheinakazien, davon zwei an der Corellistraße und eine weitere an der Stettiner Straße zeigen massive Morschungen verursacht durch Schwefelporlingsbefall. Ein Götterbaum am Hugo-Wilderer-Weg zeigt ebenfalls deutliche Schadsymptome von holzzersetzenden Pilzen, in diesem Fall wurde ein Lackporling nachgewiesen. "Pseudomonas syringae aesculi" ist verantwortlich für heftige Morschungen an den Stämmen von zwei alten Kastanien Am Kapeller Feld.

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