Der Düsseldorfer Diabetes-Experte Prof. Dr. Stephan Martin im Interview: Die "Dicken" sind gemeint

Der Düsseldorfer Diabetes-Experte Prof. Dr. Stephan Martin im Interview : Die "Dicken" sind gemeint

Herr Prof. Dr. Martin, in 12 Wochen Blutzucker senken und abnehmen. Ist Ihr neues Diabetes-Programm schon wieder eine neue Diät?

Mit Diät hat das nichts zu tun. Wir wollen an die Ursachen des Typ-2-Diabetes.

An wen richtet sich Ihr Buch?

An Typ-2-Diabetiker, die einen Bodymaß-Index von über 27 haben. An die Dicken. Sie produzieren zwar Insulin, aber es wirkt nicht. Mit dem Buch wollen wir den Patienten helfen, mit einfachen Maßnahmen ihre Insulin-Wirkung wieder herzustellen.

  • Diabetes-Beraterinnen Yonne Häusler (l.) und Michaela
    „Diabetes“-Telefon am 4. Oktober, 14 - 18 Uhr, kostenlos unter Telefon 0800-0004743 : Tut nicht weh
  • IHK-Tourismusfachleute Claudia Begale, Hans-Günther Oepen, Marion
    IHK fordert Strategiewechsel im Tourismus: Freizeitgäste in den Fokus : Endlich Gold für die Stadt
  • Der Düsseldorfer Anton Weber, selbst Vater
    Der Sportactionbus weitet sein Angebot aus : Einfach loslegen

Ist für Typ-2-Diabetiker auch sinnvoll, wenn sie sich in einem fortgeschrittenen Stadium der Krankheit befinden?

Ja, auf alle Fälle. Wir haben festgestellt, dass wir Menschen zwar nicht komplett vom Diabetes befreien, aber wieder therapiefähig machen können. Beispielsweise dann, wenn der Patient unmittelbar davor steht, eine Insulin-Therapie zu bekommen. Für diese Menschen ist es eine gute Methode, um die Insulin-Therapie zu vermeiden.

Mal ganz ehrlich: Gesünder essen, mehr bewegen - das klingt zunächst einfach, erfordert aber doch enorme Selbstdisziplin. Ist das nicht eine viel zu große Hürde für viele Menschen?

Diese Ansicht haben häufig die Ärzte. Ich glaube an die Menschen! 100 Prozent werden wir sicher nicht erreichen, aber ein Drittel erreichen wir mit diesen Maßnahmen direkt und um ein Drittel muss man ein bisschen kämpfen.

Kämpfen? Warum soll ein Patient das auf sich nehmen? Man kann doch spritzen.

Ja, das ist die Botschaft der Pharma-Industrie, die alle glauben.