Verkehrswacht verweist auf Unfall-Dunkelziffer Helm für E-Roller

Was die Verkehrswacht Düsseldorf bereits seit Einführung der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung (eKFV) 2019 kritisiert und als Folge der unzureichenden Umsetzung dieser annahm, ist jetzt durch eine Studie der Universitätsklinik Essen Gewissheit: Die Unfallzahlen von E-Scooter-Nutzenden sind höher als in der offiziellen Statistik erfasst.

 E-Scooterin auf der Düsseldorfer Kö - „Das kann so nicht funktionieren.“

E-Scooterin auf der Düsseldorfer Kö - „Das kann so nicht funktionieren.“

Foto: Nicole Gehring

Das hat Verkehrswacht-Geschäftsführer Simon M. Höhner jetzt in einer Pressemitteilung noch einmal betont. Laut der Essener Studie seien Kopfverletzungen die häufigste Unfallfolge. „Fast keiner der Verunfallten trug einen Helm“, so Höhner. „Dabei handelte es sich größtenteils um Alleinunfälle, welche überwiegend nicht der Polizei gemeldet und daher auch nicht unfallstatistisch erhoben wurden.“ Offiziell habe es im Studienzeitraum 21 E-Scooter-Unfälle in Essen gegeben. Die Untersuchung habe ergeben, „dass es mindestens 68 Unfälle gab, wobei hier auch nur Schwerverletzte erfasst wurden. Daher muss man insgesamt von einer deutlichen höheren Anzahl an E-Scooter-Unfällen ausgehen.“

Auffallend sei zudem der Zeitraum der untersuchten Unfälle: Alle hätten sich am Wochenende oder an einem Feiertag ereignet. Unter Alkoholeinfluss verunglückten laut der Studie 11,8 Prozent der E-Scooter-Fahrenden. Die Hälfte dieser Alkohol-Unfälle hätten schwere Verletzungen durchweg am Kopf zur Folge gehabt. 70 Prozent der Verletzten mussten demnach stationär im Krankenhaus aufgenommen werden, 20 wurden operiert, acht kamen auf die Intensivstation.

Als häufigste Unfallursache bei den E-Rollern mit ihren vergleichsweisen kleinen Rädern sei der Sturz über zu hohe Bordsteine angegeben worden. Dies solle künftig bei der Verkehrsplanung und beim Ausbau von Fahrradwegen berücksichtigt werden.

„Wir schließen uns den Forderungen aus der Studie der Essener Unfallchirurgie mit Nachdruck an“, so Höhner. „Helme können die Verletzungsschwere deutlich verringern, daher Empfehlung einer Helmpflicht für E-Scooter. Die Kontrolldichte im Innenstadtbereich durch die Polizei an den Wochenenden sollte bezüglich E-Scooter-Nutzung erhöht werden und mindestens eine Mofa-Prüfbescheinigung ist zwingend vorzusehen und damit das Mindestalter zur Führung auf 15 Jahre festzulegen.“

Die Kommunen könnten hier nicht allein die Verantwortung tragen. Höhner abschließend: „Eine zukunftsorientierte Mobilitätswende und eine smarte Lösung für ‚die letzte Meile‘ könne nicht funktionieren, wenn es gleichzeitig bedeute, dass die Verkehrssicherheit immens vernachlässigt wird.“

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