1. Düsseldorf

Finger weg vom Kaiman-Ascher!

Finger weg vom Kaiman-Ascher!

Ausgestopfte Elefantenfüße, eine tote Kobra in Alkohol. Zum Ferienstart informierten Zoll und Bundesumweltministerium am Düsseldorfer Flughafen mit einem Sammelsurium teilweise skurriler Fundstücke aus Urlauberkoffern über verbotene Souvenirs.

„Regelmäßig während der Reisezeit schnellen die Zahlen von beschlagnahmten Touristen-Souvenirs, deren Einfuhr gegen das Washingtoner Artenschutzabkommen verstößt, in die Höhe“, sagt Bundesumweltministerin Barbara Hendricks, kurz nachdem Sie sich mit einem präparierten Kaiman, der jetzt als Ascher funktioniert, hat ablichten lassen.

Das geschmacklos umfunktionierte Reptil dürfte bei jedem halbwegs informierten Reisenden zumindest ein komisches Gefühl auslösen, „doch“, so Hendricks, „viele ertappte Touristen, die geschützte Pflanzen und Tiere als Andenken aus den Ferien mitbringen, sind sich des Verbots überhaupt nicht bewusst“. Häufigste Entschuldigung. „Davon habe ich nichts gewusst.“

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Allein 2014 hat der Zoll an deutschen Flughäfen bei etwa 1000 Beschlagnahmen über 70.000 Gegenstände sichergestellt, darunter Reptilienleder, Elfenbeinschnitzereien, Orchideen, Kakteen - aber auch lebende Schildkröten. In mehr als 90 Prozent der Fälle waren Touristen betroffen.

Der Airport-Zoll in Düsseldorf, immerhin drittgrößter Flughafen Deutschlands, liegt dabei mit „nur“ 40 Eingriffen in der Rangliste weit unten. „Wir betreiben hier eine gute Aufklärungsarbeit“, freut sich Michael Walk vom Hauptzollamt der Stadt.

Dennoch: Die Zahlen sind insgesamt viel zu hoch, die Konsequenzen für nicht informierte Urlauber allerdings auch schmerzhaft. Bußgelder bis hinauf in den vierstelligen Bereich, je nach Art des Vergehen auch Strafverfahren drohen. Hendricks: „Denn je gefährdeter die Art, desto strenger die Bestrafung.“

(City Anzeigenblatt Duesseldorf)