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Palliative Versorgung in Düsseldorf
Nah an den Menschen

Palliative Versorgung in Düsseldorf: Nah an den Menschen
Dr. Martin Neukirchen, ärztlicher Leiter des Interdisziplinären Zentrums für Palliativmedizin (IZP) am Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD). FOTO: UKD
Vier Palliativstationen gibt es in Düsseldorf. Ihr Ziel: Schwerstkranke und sterbende Menschen nach Hause entlassen. Von Beate Werthschulte

Wie wichtig für diese Arbeit eine geschulte Kommunikation mit Ärzten und ehrenamtlichen Helfern ist, zeigt das Beispiel der Uni-Klinik.

Schon seit einigen Jahren helfen hier rund 40 ehrenamtliche Mitarbeiter bei der Versorgung von Palliativpatienten. Kosten für deren Aus- und Fortbildung, wie etwa ein Basiskurs zur Vorbereitung auf das Ehrenamt, sowie Koordination und Betreuung wurden bisher ausschließlich durch Spenden finanziert. Nun ist dieser Hospizdienst offiziell von den Krankenkassen anerkannt. Deshalb konnten entsprechende Fördergelder beantragt werden. Rückwirkend für 2016, wie Dr. Martin Neukirchen, Leiter des Interdisziplinären Zentrums für Palliativmedizin (IZP), betont. Der Einsatz der ehrenamtlichen Helfer lässt sich dadurch nicht nur besser planen, sondern auch ausbauen. So sorgen mit Barbara Kvech-Ceesay und Kerstin Stratmann seit September zwei neue Koordinatorinnen für eine noch engere Verzahnung zwischen Pflege und ehrenamtlicher Betreuung. "Beide sind nämlich auch weiterhin als Krankenschwestern tätig, das ist eine gute Kombination", sagt Neukirchen. Daneben spielt die studentische Weiterbildung eine große Rolle im IZP. Beispielsweise wird den Studierenden das Wahlpflichtfach "Kommunikation in Grenzsituationen" angeboten. Dabei steht, neben verschiedenen eLearning-Modulen, nicht die Medizin, sondern der menschliche Kontakt mit den Patienten im Vordergrund.

Die angehenden Ärzte begleiten Palliativpatienten eine Zeit lang und erleben in sehr persönlichen Gesprächen mit ihnen und ihren Angehörigen die Menschen hinter der schweren Krankheit. In Erfahrungsberichten reflektieren die Absolventen dieses Fachs anschließend ihre Gespräche. Die meisten von ihnen sind tief bewegt und – obwohl vor dem ersten Kontakt zunächst unsicher und nervös – später froh und dankbar über die Möglichkeit zu einem solchen Austausch. Denn die Befangenheit im Umgang mit sterbenden Patienten wird den Studenten durch diese Gespräche genommen – eine wichtige Vorbereitung auf den Arztberuf.