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"Düsseldorf ist eine Industriestadt"

"Düsseldorf ist eine Industriestadt"
Dr. Ulrich Menne von Vallourec lächelt vor einem historischen Foto der Mannesmann Röhrenwerke. FOTO: schrö
Dr. Ulrich Menne von Vallourec lächelt. Direkt das erste historische Foto der Ausstellung im Gerresheimer Event-Bahnhof an der Heyestraße zeigt die Wurzeln seines heutigen Arbeitgebers, der früheren Mannesmann Röhrenwerke. Der Vorsitzende der Geschäftsführung des Nahtlosrohre-Herstellers in Rath zeigt auf das Bild vor ihm und sagt: "Diesen Schornstein hatten wir doch noch bis in die 90-er Jahre."

Wie Dr. Menne waren viele Düsseldorfer in die Foto-Schau des Förderkreises Industriepfad geströmt, um sich der Eisen- und Stahl-Vergangenheit der Stadt zu vergewissern, auch der Kulturdezernent Hans-Georg Lohe und der Chef des Stadtarchivs, Benedikt Mauer. 

In seiner Begrüßung bat Dr. Peter Henkel vom Förderkreis die Besucher kurz zu schweigen. Vor wenigen Tagen war der Eigentümer des Bahnhofs, Piet Neisser, gestorben. "Wir sind sehr traurig, weil wir einen Freund und Förderer verloren haben." Neisser hatte sich viele Jahre dafür eingesetzt, den Gerresheimer Vereinen in den Räumen an der Bahnlinie eine Veranstaltungsheimat zu bieten.

Peter Henkel sagte, er habe sich immer gefragt, warum Industriefotografie im Ruhrgebiet so selbstverständlich sei, hier aber nicht. "Schließlich ist Düsseldorf der zweitgrößte Industriestandort Nordrhein-Westfalens." Benedikt Mauer vom Stadtarchiv musste deshalb "nur eineinhalb Sekunden überzeugt werden", in den 50000 Fotos aus dem Bestand nach den eindrucksvollsten zu suchen, wie etwa die Darstellung der 4000-Tonnen-Presse bei Haniel & Lueg in Grafenberg und das Bild einer Verladung von Rohren am Rheinufer, mit St. Lambertus und Schlossturm im Hintergrund.

Wie wohl Zeitgenossen in 50 Jahren die heutige Industrie-Gegenwart von Düsseldorf betrachten werden? Dr. Menne von Vallourec muss eingestehen: "Natürlich stellen wir unsere Neuerungen unseren Partnern in attraktiver Form vor. Aber systematisch den Arbeitsalltag abbilden? Das tun wir heute nicht mehr."

Die Ausstellung findet statt vom 17. Oktober bis 4. November. Die Öffnungszeiten: mittwochs und freitags von 16 bis 20 Uhr sowie samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei