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Der Aquazoo Löbbecke Museum leistet einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz
Ein Herz für Amphibien

Der Aquazoo Löbbecke Museum leistet einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz: Ein Herz für Amphibien
Im Düsseldorfer Aquazoo Löbbecke Museum kann der vietnamesische Moosfrosch gut leben. FOTO: Landeshauptstadt Düsseldorf/ Ingo lammert
"Natürlich sind wir auch eine Städte der Erholung und Freizeit", sagt Sandra Honigs. "Aber mit unseren Tieren wollen wir für den Artenschutz begeistern. Die stellvertretende Leiterin des Aquazoo Löbbecke Museums hat hierbei eine besondere Leidenschaft: Amphibien. Von Yvonne Hofer

Der vietnamesische Moosfrosch ist der Star des ersten Pressetermins im neuen Jahr im Aquazoo. Er wird nicht nur seit 2008 schon erfolgreich in Düsseldorf gezüchtet, sondern sieht auch aus wie ein Händchen voll Moos.

Entspannt lässt er sich fotografieren, um schließlich doch noch von der Hand seiner Pflegerin zu hüpfen und ein paar Meter durch den Raum zu machen. Der vietnamesische Moosfrosch und der heimische Feuersalamander haben eines gemeinsam: Sie sind extrem bedrohte Tierarten.

Im Keller des Aquazoos, abseits der Ausstellungsräume, befindet sich der sogenannte Froschraum. "Das sind die artenreichsten 12 Quadratmeter Düsseldorfs", sagt Honigs lachend. Betreten werden darf der Raum nur mit Schutzkleidung. Denn hier wird ein wahrer Schatz gehütet: An die 300 Tiere von rund zehn verschiedenen, extrem bedrohten Amphibienarten.

Darunter der Zagros-Molch, von dem Honigs sagt, es sei der schönste Molch der Welt, der Rotaugenlaubfrosch, der schreckliche Pfeilgiftfrosch oder die Harlekin-Kröte.

Letztere ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Beobachtung der Art zu ihrer Erhaltung beiträgt. Das ist Grundlagenforschung. Schließlich sind manche Arten bereits so selten, dass die Beobachtung in der Natur nicht mehr möglich ist.

"Wir haben bemerkt, dass die Harlekin-Kröten es gerne haben, wenn es plätschert. Also machen wir den Whirlpool an, damit es mit der Fortpflanzung klappt."

In naher Zukunft könnte die Amphibienfamilie im Aquazoo Zuwachs erhalten: Montserrat-Ochsenfrösche von den Antillen. "Die sterben aus, wenn wir nichts tun", sagt Honigs. Der gewaltige Frosch wird in seiner Heimat nicht nur gegessen, sein Lebensraum ist auch noch einem Vulkanausbruch zum Opfer gefallen.

Damit diese Arten erhalten bleiben, sind Zoos aktiv. "Wir haben ein weltweites Netzwerk", sagt Sandra Honigs. Düsseldorf nimmt dabei eine besondere Rolle ein. "Unser Haus ist voll von tierischen Underdogs", so Honigs. Wie dem mexikanischen Axolotl. Der kleine Lurch lebt in der Natur nur in einem einzigen See in Mexico. Und der ist so verdreckt, dass die Tiere dort kaum mehr eine Chance haben. In Düsseldorf bleibt das Axolotl der Welt erhalten. Neben den Exoten klärt man im Aquazoo Löbbecke Museum aber genauso über die bedrohten heimischen Arten auf. "Wir tun alles, um durch die Hintertür auf Artenschutz aufmerksam zu machen."