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"Das Kiez-Gefühl ist weg!"

"Das Kiez-Gefühl ist weg!"
„Eigentlich ist das nicht zum Lachen.“ Andrea Büchter ist seit zehn Jahren ganz offiziell Container-Patin auf der Klosterstraße. FOTO: ho
Ein Anblick wie aus dem Düsseldorfer Großstadt-Bilderbuch: Entlang der Papier- und Glascontainer an der Kloster-/ Ecke Stephanienstraße türmt sich der Müll. Jede Menge Kartons, aber auch Tüten mit Hausmüll. Gleich neben dem Spielplatz sieht es hier aus wie Sau. Von Yvonne Hofer

Andrea Büchter ist hier seit zehn Jahren Container-Patin. Ganz offiziell, mit Ausweis der AWISTA. Von ihrer Wohnung hat sie direkten Blick auf den Container. Sie sagt: "Wir haben ein Müllproblem." Seit 1996 wohnt Büchter in der Klosterstaße. "Es hat sich viel verändert."

Sperrmüll und Hausmüll werden inzwischen ebenso neben den Containern entsorgt wie Kartons. Gründe gibt es viele, sagt Büchter. Ein handfestes Problem sind etwa die Falschparker vor den Containern. "Von 7 bis 13 Uhr herrscht hier werktags ein absolutes Halteverbot. Viele verstehen aber nicht, dass der Samstag auch als Werktag zählt."

Geleert wird dienstags, donnerstags und samstags. Steht ein Auto vorm Container, kann nicht geleert werden. Weitere Schwierigkeit: Gastronomiebetriebe aus der Umgebung entsorgen regelmäßig nachts ihren Müll. Viele, erzählt Büchter, seien auch schon angeschrieben worden. Ohne Erfolg. "Manchmal klingel ich bei den Leuten. Die reagieren meist sehr freundlich. Und verlegen."

So wie die ältere Dame, die ihren Hausmüll am Container ablegen wollte. Von Büchter freundlich aber bestimmt angesprochen, wurde sie ganz kleinlaut und nahm ihren Abfall wieder mit.

"Es gibt hier kein Kiezgefühl mehr", sagt die Containerpatin. Rücksichtslosigkeit und Unachtsamkeit seien ein Grundgefühl im Viertel. Abfinden will sie sich damit nicht. Gerade erst hat sie ein Nachbarschaftspicknick angeleiert. "Ich bin zu engagiert, um nichts zu tun." Beim Müll allerdings sieht sie nicht wirklich eine Lösung. "Mehr Ordnungsdienst und Polizei als hier in der Gegend gibt es nicht." Blaue Tonnen in den Privathaushalten, das sei ein Ansatz. Viel Lob hat Andrea Büchter für die Mitarbeiter der AWISTA. Die Zusammenarbeit klappe prima.