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Aus einem Bauchgefühl wird Licht

Aus einem Bauchgefühl wird Licht
Die WiG-Vorstandsmitglieder Jürgen Kloft (l.) und Santano Traber (r.) mit Dietmar Rehbein, seit 2013 Geschäftsleiter bei Bauhaus in Gerresheim, und Marina Rehse vom Düsseldorfer Anzeiger - „Eine spontane Entscheidung.“ FOTO: Gehring
Die Händlergemeinschaft WiG in Gerresheim kann aufatmen. Die festliche Beleuchtung am Kölner Tor für das morgen öffnende Weihnachtsdorf auf dem Gerricusplatz (6. - 9. Dezember) ist repariert. Möglich wurde das durch die Hilfe eines "großen Nachbarn" im Stadtteil. Von Stefan Pucks

Jürgen Kloft und Santano Traber waren zuletzt durchaus hart im Nehmen. Die beiden geborenen (Kolft) bzw. begeisterten (Traber) Gerresheimer hatten vor knapp zwei Jahren die Führung der angeschlagenen Werbevereinigung übernommen. "Wir mussten diesen Weg mit einer Menge Verbindlichkeiten starten, bis dato Sparmaßnahmen durchführen", sagt Jürgen Kloft. Traber stand da fest zur Seite. "Ich habe zehn Jahre lang das 'Café und Crepes' in Gerresheim geleitet - da kommt die WiG auf einen zu, um zu unterstützen. Jetzt gehe ich den umgekehrten Weg, helfe dabei, ein vor kurzem noch sinkendes Schiff wieder auf Kurs zu bringen." Ds scheint in der Tat zu gelingen. "Bis auf wenige Ausstände, die wir mit unserem Weihnachtsdorf ausgleichen wollen, werden wir 2019 schuldenfrei sein."

Dabei hing die angemessene Ausstattung des festlichen Dorfes im Statteilkern bis zuletzt am seidenen Faden. "Unsere Weihnachtsbeleuchtung war nahezu komplett defekt", erzählt Santano Traber. Eine entsprechende Reparatur konnten wir schlichtweg nicht bezahlen. Doch da kam Hilfe aus etwas entfernterer Nachbarschaft. "Ich habe erst erst vor rund drei Wochen durch die Vermittlung vom Düsseldorfer Anzeiger über die Beleuchtungs-Probleme der WiG erfahren", sagt Dietmar Rehbein, Geschäftsstellenleiter des seit 1997 an der Adresse Nach den Mauresköthen beheimateten Fachzentrums Bauhaus. "Da haben wir uns spontan, aus einem Bauchgefühl heraus entschieden, zu helfen." Für den Stadtteil, für die Menschen dort. "Schließlich", so Rehbein, "haben wir viele Mitarbeiter, die in Gerresheim zu Hause sind."

Die erforderliche Summe wurde bereit gestellt, die Besucherinnen und Besucher des Weihnachtsdorfes werden ab morgen am Kölner Tor leuchtend empfangen. "Wir sind Herrn Rehbein sehr dankbar für diese tolle Unterstützung", sagt Jürgen Kloft. "Das hilft uns enorm, unseren eingeschlagenen Weg fortzusetzen."

Denn die neue WiG hat bereits vor allen Mitglieder-Geschäften kostenlos Blumenkübel aufstellen lassen, die dreimal im Jahr bepflanzt werden. Das Weihnachtsdorf ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur Gesundung. Die Ziele für 2019 sind unter anderem, einen Onlineshop für die Mitglieder aufbauen, die Brauchtums-Unterstützung durch eine mögliche Teilnahme am Karnevalsumzug sowie weitere Aktivitäten vor den Geschäften der Mitglieder umsetzen.

Zwei Termine stehen indes schon fest: Der Handwerker- und Bauernmarkt soll am 11./12. Mai, das übernächste Weihnachtsdorf vom 5. bis 8. Dezember 2019 steigen.

Ob Dietmar Rehbein das Ergebnis der Unterstützung seines Hauses ab morgen begutachten kann, ist noch offen. "Ich wohne in Bochum und ich habe ja nur das kommende Wochenende. Ich will es aber auf jeden Fall versuchen."

(City Anzeigenblatt Duesseldorf)