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Anwohnern im „Gurkenland“ stinkt’s richtig

Bei starkem Regen ist auf dem Seeheimer und Offenbacher Weg in Oberbilker „Gurkenland“ Land unter. Der Kanal läuft über, Abwasser mit Fäkalien flutet Keller und Wohnungen. Den Anwohnern stinkt’s richtig. Von Milka Vidovic

„Kaum sehen wir Regentropfen, bekommen wir schon Panik“, sagt eine Anwohnerin, die wegen der Überschwemmungen in dem Wohngebiet bereits einen Schaden von rund 5000 Euro hat. Eine Hauseigentümerin, die seit 1979 am Seeheimer Weg wohnt, erinnert sich an die erste Flut im Jahr 1981. Die jüngsten folgten im August 2013 und zuletzt im Juni 2016.

„Jedes Mal stand das Wasser auf der Straße bis zu 35 bis 40 Zentimetern hoch. Durch die Gullys konnte es nicht ablaufen, so dass es durch die Kellerfenster und die Fenster der Souterrain-Wohnungen ins Innere lief.“ Zu Schaden kamen dabei unter anderem Teppiche, Tapeten, Möbel, Waschmaschinen und auch in den Kellern gelagerte persönliche Dinge.

Besonders schlimm sei der Gestank, der entsteht: „Das ist ja Abwasser in denen Fäkalien mitschwimme.. Das zu säubern ist ein Albtraum.“ Ihre Namen möchten die beiden Betroffenen Anwohnerinnen nicht nennen. „Das betrifft nicht nur uns, sondern auch die ganze Straße“, sagen sie.

Zu den Überschwemmungen kommt es nur bei sehr starkem Regen. „Dort wo wir wohnen ist der tiefste Punkt der Straße. Von da aus geht die Straße in beiden Richtungen in eine Steigung. Wenn es viel regnet, sammelt sich das Wasser hier wie in einer Wanne“, erklären sie.

Die Stadt hätten sie wegen der Überschwemmung schon mehrfach kontaktiert, auch Schadensersatzansprüche gestellt. Die hat das Rechtsamt 2016 mit dem Hinweis, dass die Kanalisation für Starkregenereignisse nicht ausgelegt sein muss, zurück gewiesen.

Ähnlich klingt das in einer aktuellen Stellungnahme der Stadt auf Anfrage des Düsseldorfer Anzeiger: „Bei dem Regenereignis im Juni 1016 handelte es sich um einen extremen Starkregen, der von der Kanalisation nicht aufgenommen werden konnte. Betrieblich befand die sich in funktionstüchtigem Zustand.“ Nach dem Vorfall habe es persönliche Gespräche mit den Eigentümern und eine großräumige Vermessung der Geländehöhen gegeben. Man wolle u. a. mit den betroffenen Anwohnern Lösungsmöglichkeiten für einen verbesserten Überflutungsschutz erarbeiten und versuchen umzusetzen.

(City Anzeigenblatt Duesseldorf)