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Kolumne: Ja, is et denn
Besinnliches Freiluftdröhnen

Kolumne: Ja, is et denn: Besinnliches Freiluftdröhnen
Arno Gehring. FOTO: Nicole Gehring
Da können sie noch soviel Plastiktannenbäume mit Fakeschnee aufstellen, Geschäfte mit kitschigen Weihnachtsbombast dekorieren oder uns mit Jingle Bells in Endlosschleife terrorisieren - richtig Vorweihnachtsstimmung kommt erst auf, wenn der Weihnachtsmarkt mit seinen Glühweinbuden lockt! Von Arno Gehring

Gibt es eine legalere Droge als Glühwein? Außer Paracetamol? Aber die braucht man eh erst am Tag danach. Start frei also zum sechswöchigen Freiluftdröhnen, ohne dass man schief angesehen wird. Fällt ja auch unter "besinnliches" und nicht unter "besinnungsloses" Betrinken. Bedarf auch keinerlei Entschuldigung. Es reicht ein kurzes: "Brrr, ist das wieder kalt heute." Und schon stehen sie wieder am Stand: "Mach noch mal fünf. Besser mit Schuss. Ganz kalt heute."

Also ich mag das schon, wenn die Menschen sich nach Feierabend auf ein Heißgetränk verabreden und sich unterhalten, statt sich vor die Glotze zu hauen. Und auf der Heimfahrt in der Bahn sieht man fröhliche Menschen mit geröteten Wangen im Rest des Jahres eher weniger. Sie müssen ja nicht unbedingt Jingle Bells singen...

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