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Zukunft auf zwei Rädern

Zukunft auf zwei Rädern
Fat Spider Premium: Was aussieht wie ein Oldtimer ist ein modernes E-Bike. FOTO: Martin Berowski
Anja Bergen hat einen Traum. Sie glaubt fest daran, dass man in Städten mobil sein kann, Autos dabei in Zukunft aber eine eher untergeordnete Rolle spielen werden. Es komme auf einen Versuch an, sagt die 48-Jährige. Von Sven-André Dreyer

Der Name von Bergens Geschäft birgt es schon in sich, was man darin bestaunen und kaufen kann. "Awsum" heißt der neue Bike-Store an der Hermannstraße in Flingern und leitet die Kunden bereits lautmalerisch ins Innere.

Und tatsächlich ist es awesome (genial) was ihnen dort angeboten wird. Kernidee des im Oktober 2017 eröffneten Geschäfts ist, Zubehör für eine schrittweise individuelle Umwandlung der eigenen urbanen Mobilität anzubieten. Und die wird sich in den Innenstädten spätestens mit der Einführung des selbstfahrenden Autos grundsätzlich ändern, ist sich Geschäftsführerin Anja Bergen sicher.

Nicht nur allein aufgrund der angespannten Parkplatzsituation in Stadtteilen wie Flingern muss sich in Zukunft etwas tun; insgesamt wird sich, um auch die Lebensqualität in Innenstädten deutlich zu erhöhen, der Umgang mit Autos verändern müssen, meint Bergen. Dazu gehört auch, dass immer weniger Menschen ein eigenes Auto besitzen, dafür alternative Verkehrsmodelle wie etwa das kurzzeitige Ausleihen von PKW zunehmen werden.

"Und insbesondere dem Fahrrad wird die Zukunft gehören", sagt Bergen. Zukunftsmusik? Vielleicht. Dennoch bietet sie seit Oktober des vergangenen Jahres gemeinsam mit Martin Berowski (40) Alternativen zum klassischen, immer noch automobil geprägten innerstädtischen Straßenverkehr an: außergewöhnliche E-Bikes, die fernab gängiger Modelle durch ihren Style, aber auch durch ihre praktische Handhabbarkeit Spaß machen.

Während schon das schlichte "Single Speed" aufgrund des im Rahmen integrierten Akkus und des kaum sichtbaren unterstützenden Motors nicht als solches erkannt wird und insbesondere aufgrund des geringen Gewichts äußerst praktisch ist, fallen die übrigen Modelle, das "Old School" etwa oder das "Fat Spider Premium", insbesondere im Hinblick auf ihr nostalgisches Aussehen auf. Und auch die praktischen "E-Bobs", kleine faltbare und farbenfrohe E-Bikes mit überbreiten Reifen, sehen nicht nur stylisch aus, sondern sind zudem äußerst praktisch: Sie verbrauchen beim Unterstellen kaum Platz und Sturzfallen durch unachtsam überquerte Straßenbahnschienen gehören dem Gestern an.

Und auch wenn die Infrastruktur in heutigen Innenstädten nur bedingt für ein entspanntes Radfahren ausgelegt ist: Moderne Verkehrskonzepte berücksichtigen Autos insbesondere in Innenstädten nur noch als eines von vielen Verkehrsmitteln. Darauf setzen auch Bergen und Berowski. Rund um ihre Zweiräder liefern sie in ihrem eher an eine Boutique denn an einen klassischen Fahrradladen erinnernden Geschäft weiteres lifestyle-orientiertes Zubehör, das das urbane Radlerleben lebenswerter macht. Regencapes aus England, hippe Helme aus einer französischen Manufaktur, handgenähte Rucksäcke und Fahrradschlösser aus Textil, die nicht nur sicher sondern zudem äußerst leicht im Vergleich zu herkömmlichen Schlössern sein sollen. Alle angebotenen Produkte, auch darauf achten Bergen und Berowski, sollen wertbeständig und nachhaltig sein.

Und wer sein Fahrrad lieb hat, der sollte es natürlich nach der Rückkehr aus dem innerstädtischen Verkehrsdschungel auch mit in die Wohnung nehmen können, um es, oben angekommen, an die Wand zu hängen. Um die wiederum nicht unnötig zu verschmutzen, gibt es bei "Awsum" sogenannte Velo-Socken – Hüllen, die die Wand, aber auch das Fahrrad schützen. Und dekorativ ist das dann an der Wand auf den nächsten Ride wartende Velo ohnehin.

awsum, Hermannstr. 24, Düsseldorf, awsum.de