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Obdachlose im Winter: Mit Hund in die Unterkunft?

Obdachlose im Winter: Mit Hund in die Unterkunft?
Trotz zahlreicher Angebote für Obdachlose gibt es immer noch viele Menschen, die lieber auf der Straße übernachten. Ein Grund: die Annahme, dass Hunde nicht mit dürfen. In einigen Fällen stimmt das.
In Düsseldorf muss niemand auf der Straße schlafen. Doch es gibt viele Menschen, die lieber unter freiem Himmel übernachten, als in eine feste Unterkunft zu gehen. Ein Grund: der Hund. Doch stimmt es wirklich, dass Hunde in Unterkünften für Obdachlose nicht geduldet sind? Von Milka Vidovic

Etwa 120 bis 150 Menschen übernachten in Düsseldorf auf der Straße. Scham, Unwissenheit, Angst vor Behörden, Alkohol- und Drogensucht oder psychische Probleme sind oft Gründe, warum Übernachtungs-Angebote nicht angenommen werden. Auch Vorbehalte gegen vorhandene Regeln in den Unterkünften gehören dazu. Wie zum Beispiel das Hunde-Verbot in bestimmten Einrichtungen. "Es stimmt, dass Haustiere bzw. Hunde nicht mit in die Notschlafstellen dürfen. Aber in den herkömmlichen Unterkünften ist nach Absprache die Mitnahme des Hundes möglich", sagt Stadtsprecher Michael Bergmann.

Dabei käme es immer auf das Tier und den Halter an. Ist der Hund aggressiv, völlig verlaust oder bellt die ganze Nacht durch, kann die Übernachtung mit dem Liebling verweigert werden.

Erstmals wird in diesem Jahr das Angebot der Winternothilfe nicht mehr temperaturabhängig sondern durchgängig von November bis März 2018 geöffnet sein.

Grundsätzlich stehen aber auch ganzjährig Unterkünfte für Tag und Nacht zur Verfügung. Darüber hinaus wird auch in diesem Winter wieder die Ordensgemeinschaft der Armen Brüder des heiligen Franziskus, Sozialwerke e. V., das Angebot der Winternothilfe vorhalten.

Auf der Prinz-Georg-Straße werden von Mittwoch, 15. November, bis Donnerstag, 15. März 2018, in der Zeit von 19 bis 7 Uhr Übernachtungsplätze für die Menschen zu Verfügung gestellt, die die herkömmlichen Unterkünfte nicht aufsuchen.

Derzeit sind in Düsseldorf rund 400 Menschen in stationären Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe und rund 900 Menschen in städtischen Notunterkünften (Sammelunterkünfte und Einzelwohnungen) untergebracht. Daneben stehen ganzjährig rund 140 Plätze in Notschlafstellen zur Verfügung. Die Anzahl dieser Plätze kann bei Bedarf jederzeit erweitert werden. In diesen Einrichtungen besteht auch die Möglichkeit, zur Körper- und Wäschepflege, zur medizinischen Grundversorgung und zur Sozialberatung.

In den Tagesstätten sowie von der Bahnhofsmission und der Armenküche werden bei Bedarf warme Mahlzeiten beziehungsweise warme Getränke angeboten. "Alle Notschlafstellen und herkömmlichen Unterkünfte sind kostenfrei. Nur die Notschlafstelle der Düsseldorfer Drogenhilfe an der Erkrather Straße erhebt eine Gebühr von 3 Euro. Das hat erzieherische Gründe, denn die Leute sollen dazu gebracht werden, die herkömmlichen Unterkünfte zu nutzen", so Bergmann.

Für Übernachtungen stehen diese Notschlafstellen zur Verfügung:

- Notschlafstelle "Ariadne" für Frauen, Querstraße 4,bis zu 20 Plätze, 24 Stunden geöffnet

- Notschlafstelle für Männer, Harkortstraße 27, 50 Plätze, 24 Stunden geöffnet

-Nachtunterkunft "Franziska-Schervier-Haus", Kaiserswerther Straße 13, 42 Plätze, 19.30 bis 8 Uhr

- Notschlafstelle der Düsseldorfer Drogenhilfe e. V., Erkrather Straße 18, täglich von 21 bis 11 Uhr, Aufnahme zur Übernachtung zwischen 21 und 6 Uhr, 21 Betten (15 Männer und 6 Frauen)

- "Knackpunkt", Grupellostraße 29, für Mädchen und junge Frauen bis 26 Jahre, 8 Plätzen, Aufnahme von 21.30 bis 1 Uhr

 

(City Anzeigenblatt Duesseldorf)