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Wir und die Roboter
NRW-Forum zeigt Austellung zum Thema künstliche Intelligenz

NRW-Forum zeigt Austellung zum Thema künstliche Intelligenz
Justine Emard, Co(AI)xistence, video installation, 12 min, 2017. FOTO: Justine Emard / Adagp 2018
Wie weit ist künstliche Intelligenz heute entwickelt? Wie interagieren wir mit ihr? Und welche Rolle spielt sie in der Kunst? Ab dem 9. Juni präsentiert die Ausstellung "PENDORAN VINCI. Kunst und künstliche Intelligenz heute" im NRW-Forum internationale künstlerische Positionen, die die aktuellen Entwicklungen künstlicher Intelligenz untersuchen. Von Alexandra Wehrmann

Künstliche Intelligenz, kurz KI, bestimmt einen Großteil unseres täglichen Lebens. Wir sprechen mit Siri, Alexa oder Google, um uns nach dem Wetter zu erkundigen oder eine Nachricht zu versenden. Gesichtserkennungssysteme registrieren uns in sozialen Medien oder auf öffentlichen Plätzen. Humanoide Roboter begegnen uns in Hotel-Lobbys oder in der Altenpflege. Wir sind längst umgeben von künstlicher Intelligenz.

Bisher dient künstliche Intelligenz vor allem dazu, unser Leben zu erleichtern. Sie assistiert und hilft uns, statt ein autonomes Individuum zu sein. Die Ausstellung "PENDORAN VINCI. Kunst und künstliche Intelligenz heute" beleuchtet die aktuellen Entwicklungen von KI und fragt, wie sie unsere Gesellschaft mit formt und unser tägliches Leben beeinflusst. Elf zeitgenössische Künstler untersuchen, wie Mensch und KI interagieren und welche Effekte KI auf unser Verhalten und unsere sozialen Strukturen hat. Sie hinterfragen, wie künstliche Intelligenz kreative Aufgaben wie das Erschaffen von Kunstwerken erfüllt, und sie entwickeln auch eigene künstlerische KI-Anwendungen.

Nora Al-Badri und Jan Nikolai Nelles präsentieren beispielsweise "Nefertiti Bot", einen KI-Chat-Bot, mit dem sich die Besucher über den aktuellen Zustand der Museen unterhalten können. Dabei stellen sich auch Fragen nach der Lage der Menschheit in unserer Gesellschaft im Kontext der technologischen Entwicklung. Die US-amerikanische Künstlerin Carla Gannis ist mit ihrer Arbeit "Non-Facial Recognition Project" vertreten, einer ständig wachsenden Sammlung digitaler Porträts, die darauf abzielt, Algorithmen zur Gesichtserkennung zu unterlaufen. Gannis bearbeitet mit dem Einverständnis der dargestellten Personen Profilbilder oder Selfies von Freunden oder Freunden von Freunden aus sozialen Netzwerken digital so, dass sie für die heutige KI-Gesichtserkennungstechnologien unkenntlich werden. Und Liat Grayver macht für ihre Serie "Robotic Paintings" gemeinsame Sache mit dem von der Universität Konstanz entwickelten malenden Roboter namens David, um den Zusammenhang von KI und kreativen Aufgaben und Prozessen zu erforschen.

Ehrensache, dass bei all dem der Titel nicht menschgemacht ist, sondern von einer Maschine ersonnen wurde! "PENDORAN VINCI" generierte die KI-basierte Website neuronaming.net. Der Titel erzeugt vieldeutige Assoziationen, wie zum Beispiel zu Leonardo Da Vinci. Der Renaissance-Maler gilt als Universalgelehrter, als homo universalis. Wer tritt heute, in einer global vernetzten Welt, in der das Wissen in elektronische Daten umgewandelt und online versammelt ist, an die Stelle eines solchen Genies? Künstliche Intelligenz generiert und strukturiert Big Data. Haben wir mit KI die Büchse der Pandora geöffnet?

! 9.6.-19.8. NRW-Forum, Ehrenhof 2, Düsseldorf, nrw-forum.de, Di-Do 11–18, Fr 11–21, Sa 10–21, So 10–18 Uhr