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Naturheilkunde bei Krebs

Naturheilkunde bei Krebs
Schwester Dagmar Ungelenk (li.), Dr. Beatrice Brücher-Encke und Patientin Ilona Rose berichten im Pressegespräch über Naturheilkunde für Krebspatienten. FOTO: ho
Ende März erhält Ilona Rose die Diagnose: Darmkrebs. Nach dem ersten Schock macht sich die Düsseldorferin auf die Suche nach einer passenden Klinik. Sie entscheidet sich für das Darmzentrum am Evangelischen Krankenhaus und erfährt hier schließlich auch Hilfe durch Naturheilkunde.

"Ich hatte mich für eine Kombinations-Therapie aus Chemo und Bestrahlung entschieden", erzählt die 50-jährige Patientin. Doch die Nebenwirkungen entpuppen sich bei ihr als brutal. "Ich litt an schlimmer Übelkeit und Erbrechen."

Vom Strahlenspezialisten am EVK kommt der entscheidende Hinweis. Er stellt den Kontakt zu Dr. Beatrice Brücher-Encke her. Sie ist Fachärztin für Innere Medizin, Psychotherapeutin, Psychoonkologin, Palliativmedizinerin - und sie ist Ärztin für Naturheilverfahren. Genau jene etabliert sie seit 2016 am EVK für Krebspatienten.

"Das ist kein alternatives Angebot zur Krebstherapie, sondern es ist ein ergänzendes Angebot", betont Brücher-Encke. Die Fachrichtung der "integrativen Onkologie" hat sie in Essen kennengelernt und dort erfolgreich mit aufgebaut.

"Nach 20 Jahren Schulmedizin war ich zunächst skeptisch", gibt sie zu. Schließlich habe sie als Onkologin bei den Naturheilkundlern aber immer mal wieder nachgefragt, "wenn ich selbst nicht weiterkam." Die Hinweise seien immer wieder hilfreich gewesen. Deshalb entschloss sie sich zur Weiterbildung als Fachärztin für Naturheilverfahren. Für die Onkologin entsteht daraus ein ganzheitliches Konzept. "Es geht um den Menschen und seine Erkrankung und nicht nur um die Krankheit."

Mit Hilfe der Naturheilkunde werden Symptome, die etwa durch Chemotherapie entstehen, gelindert. "Für den Patienten bedeutet das eine bessere Krankheitsbewältigung", so Brücher-Encke.

Ilona Rose sitzt fünf Tage nach ihrer zweiten Operation entspannt und wohlauf im Pressegespräch. Die Übelkeit, die ihr so zu schaffen machte, ist weg. "Durch Akupunktur und Akupressur waren diese Nebenwirkungen in kürzester Zeit aufgehoben. Rose schaut auf Dr. Brücher-Encke. "Ich bin ihr sehr, sehr dankbar!"

Schwester Dagmar Ungelenk ist die Leiterin der palliativen Station am EVK. Bei ihr fielen die Ideen aus der Naturheilkunde auf fruchtbaren Boden. "Bei der Aufnahme erhalten die Patienten jetzt einen Informations-Flyer. Welcher Patient für welche Methode geeignet ist, stellt sich im persönlichen Gespräch heraus."

Von der Akupunktur bis zum Ingwer-Nierenwickel, von der Akupressur bis zur Misteltherapie ist das Angebot vielfältig. "Wenn dann ein Patient sagt, er habe das erste Mal nach Wochen wieder entspannt geschlafen oder fühlt sich nach einer Waschung nicht mehr fiebrig, zeigt das eindrucksvoll die Wirksamkeit."

Für Dr. Beatrice Brücher-Encke ist klar: "Das möchte ich gerne weiter ausbauen. Langfristig sind Ernährung und Bewegung zwei weitere wichtige Bausteine."

Ilona Rose (50) lächelt entspannt. Sie hat ein großes Stück Lebensqualität zurückgewonnen.