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Am Ende in vertrauter Umgebung

Am Ende in vertrauter Umgebung
Dr. Dirk Wildner, komm. ärztlicher Leiter des zur Stiftung Evangelisches Krankenhaus Düsseldorf gehörenden Palliative Care Team. FOTO: EVK
Rund drei Viertel der Menschen, die an einer schweren, unheilbaren Erkrankung leiden, wünschen sich, ihre letzte Lebenszeit in vertrauter Umgebung zu Hause verbringen zu können. Von Beate Werthschulte

"Zu einer solchen Erkrankung am Lebensende gehören neben starken Schmerzen in der Regel Symptome wie etwa Luftnot, Übelkeit oder Erbrechen", erläutert Dirk Wildner, komm. ärztlicher Leiter des zum Evangelischen Krankenhaus gehörenden Palliative Care Teams (PCT). Dies seien Symptome, die eine besonders aufwändige Versorgung benötigten und mit denen man normalerweise ins Krankenhaus ginge, um sie dort behandeln zu lassen.

Damit Menschen, die den Wunsch haben, zu Hause sterben zu dürfen, helfen Wildner und sein Palliativteam aus besonders qualifizierten Ärzten und Pflegekräften im Rahmen der so genannten Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV), damit diese Patienten, wenn sie es möchten, zu Hause oder im Pflegeheim/ Hospiz bleiben können. Dabei ersetzt das Palliative Care Team keinesfalls den Haus- oder Facharzt und auch nicht den ambulanten Pflegedienst. "Wir übernehmen keine pflegerischen Leistungen", sagt Wildner. Es gehe um ein zusätzliches, ergänzendes Angebot für die Patienten und ihre Angehörigen. Das Palliativteam kontrolliert und behandelt – immer in enger Absprache mit allen Beteiligten – die Symptome der Erkrankung. Erreichbar sind die Ärzte und Pfleger rund um die Uhr, jeden Tag 24 Stunden lang an sieben Tagen in der Woche. Manche Patienten werden mehrmals täglich besucht, andere wiederum einmal am Tag oder sogar nur einmal in der Woche. "Manche Anliegen können auch telefonisch abgefragt und dann verbessert werden." Immer geht es darum, den unheilbar kranken Menschen die Lebensqualität und Selbstbestimmung zu erhalten.

Das PCT Düsseldorf arbeitet mit den vier Leitern der Palliativstationen, dem Rettungsdienst und demnächst voraussichtlich den Kostenträgern an einem Projekt "Palliativausweis". Angeregt durch Dr. Martin Neukirchen vom Universitätsklinikum Düsseldorf, soll sichergestellt werden, das ungewollte Wiedereinweisungen ins Krankenhaus unterbleiben.