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Auf Streife in Oberkassel

Auf Streife in Oberkassel
„Mir gefällt dieses klassische Bild des Polizisten als Freund und Helfer.“ FOTO: Nicole Gehring
Polizeihauptkommissar Enno Schüler ist neuer Ansprechpartner für die Bürger in Oberkassel.

Aufgeregt winkt eine Frau an der Luegallee Polizeihauptkommissar Enno Schüler zu ihrem geparkten Cabrio: "Entschuldigung, Sie da! Können Sie mir bitte helfen. Ich wurde bestohlen." Sie erzählt, dass sie nur kurz nicht am Wagen war und in dieser Zeit ihr hinter der Windschutzscheibe abgelegter Parkschein verschwunden sei. Ein Parkschein-Dieb in Oberkassel? Das kann sich der erfahrene Polizist nicht vorstellen. Es reicht ein kurzer Blick in den Fußraum des Cabrios und Enno Schüler findet den kleinen weißen Zettel zwischen Beifahrersitz und Tür. "War wohl der Wind und kein Dieb", sagt er lächelnd. Leicht beschämt bedankt sich die Frau für den schnellen Ermittlungserfolg.

Genau diese Dinge sind es, die Enno Schüler an seinem neuen Job als Bezirkspolizist in Oberkassel schätzt. "Mir gefällt dieses klassische Bild des Polizisten als Freund und Helfer. Der möchte ich für die Menschen in Oberkassel sein."

Seit Anfang Juni ist der 42-Jährige das neue Gesicht für den Bezirksdienst im Stadtteil. Auch wenn er noch nicht lange in Oberkassel als Polizist tätig ist, ist er vielen Anwohnern dennoch nicht unbekannt. Als gebürtiger Löricker ist Enno Schüler privat der linken Rheinseite immer treu geblieben. Er besuchte die Grundschule in Lörick und das Comenius-Gymnasium. Seine Ausbildung bei der Polizei begann er 1994. Es folgten Streifendienst, Einsätze in der Altstadt, im Einbruchkommissariat und als Brandermittler.

Bevor der Polizeihauptkommissar in den Bezirksdienst wechselte, war er zuletzt zehn Jahre als Motorrad-Polizist unterwegs. Für seinen Dienst in Oberkassel ist er meist zu Fuß unterwegs. Sein Schutzbereich, so nennt er sein Einsatzgebiet, reicht von der Oberkasseler Brücke bis zur Schanzenstraße und vom Rhein bis zu den Seitenstraßen der Luegallee nach Niederkassel. "Den Streifenwagen nutze ich nicht, wenn ich hier im Viertel nach dem Rechten schaue. So bin ich näher an der Leuten und sie können mich einfach ansprechen, wenn sie Hilfe brauchen", erklärt er.

Hilfe leistet Enno Schüler auch Einbruchs- oder Gewaltopfern im Viertel. "Viele haben nach solchen Erlebnissen Redebedarf. Ich höre mir dann die Sorgen der Opfer an und helfe ihnen zum Beispiel dabei, ihre Wohnung besser abzusichern." Auch Aufenthaltsermittlungen liegen in seinem Aufgabengebiet und das Verkehrssicherheitstraining mit Kindergartenkindern. Erwischt der Polizist einen Radfahrer auf dem Bürgersteig oder einen Fußgänger, der bei Rot über die Ampel geht, sucht er zunächst das "verkehrsdidaktische Gespräch". "Sind die Leute einsichtig und hören sich an, was ich zu sagen habe, dann drücke ich auch mal ein Auge zu".