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Vorfreude auf den Veedelszoch

Vorfreude auf den Veedelszoch
Leiten die Organisation des Veedelszochs: Silke und Stefan Pitzer sowie Michael Uertz. FOTO: schrö
Der Gerresheimer Veedelszoch kann kommen. Beim Stammtisch der "Saubande" in der "Isa" wurde hochkonzentriert jedes Detail des karnevalistischen Umzugs am 3. März besprochen und abgehakt. Auch wenn vor Silke und Stefan Pitzer, Michael Uertz und all den anderen Machern der Kult-Veranstaltung noch viel Arbeit liegt: Die Vorfreude war mit Händen zu greifen.

"Angus" wusste gar nicht wohin mit sich. Der Nova Scotia Duck Tolling Retriever der Pitzers lief unentwegt durch den Raum, der dieses Mal bis auf den letzten Platz besetzt war. Über zweihundert Orden in der Wandvitrine machten jedermann deutlich, welche lange Tradition hier mit überraschend vielen jungen Leuten fortgesetzt wird. Auch die Grand Dame des Veedelszochs, "Irmchen" Deutmarg, schaute zufrieden in die Runde, zumal: "Es geht mir wieder gut, jetzt habe ich eine neue Hüfte."

Zunächst verhalten, dann nach einem kurzen Appell kräftig applaudierten die Narren, als der Vorsitzende Stefan Pitzer ausplauderte, "bei dem ein oder anderen Bierchen in harten Verhandlungen" 'Zille' überredet zu haben, mit seiner Band "Lazy Beat Bones" nach dem Ende des Sonntags-Zochs auf dem Alten Markt aufzutreten. Auch der Sänger "Enkelson" ("Mein Blumentopf") hatte wenige Stunden vorher seinen Live-Auftritt zugesagt. Damit nimmt der Plan der "Saubande" langsam Gestalt an, das Biwak nach dem Veedelszoch attraktiver zu machen.

Immer gibt es etwas zu verbessern und zu verändern, gerade bei Großveranstaltungen in diesen unruhigen Zeiten. "Bei der Aufstellung im letzten Jahr gab es zu viel Anlieger-Auto-Verkehr, das hat mir auch nicht gefallen", sagte Stefan Pitzer im Rückblick. Da werde der Sicherheitsdienst dieses Mal ein schärferes Auge drauf haben. Auch das Tempo aller Zugteile wollen die Organisatoren durch regen Funkverkehr harmonisieren, so dass keine großen Lücken entstehen.

In Absprache mit Polizei und Ordnungsdiensten wird es dieses Mal ein anderes Ende des Zugwegs geben. Nach der Station "Unter den Eichen" geht es über die Dreherstraße Richtung Neusser Tor, um eine bessere Auflösung der Fahrzeug-Karawane anzustreben. Manche fahren dann über den Alten Markt ab, manche stellen sich auf den Flachsmarkt und die überwiegende Mehrzahl kann über die Gräulinger Straße den Zug ausrollen lassen - allerdings mit der dringenden Bitte, die Zufahrt vor der Feuerwache 8 freizuhalten - komme, was wolle. 

Vor allem über die Sicherheit wurde viel gesprochen. Fahrer sollten den Feuerlöscher immer griffbereit haben. Teilnehmer mit Fahrzeugen mit Hebebühne müssten nur für dieses Teil zwei zusätzliche Leute abstellen, die gewährleisten, dass niemand im Trubel zu Schaden kommt, insbesondere Kinder. Natürlich gilt für die Akteure des Zochs Alkoholverbot, Konfetti-Kanonen dürfen nicht mehr eingesetzt werden, "das kriegt selbst die Awista nicht mehr so ohne weiteres weg", und generell sollte jeder seinen Müll wieder mitnehmen. Das gilt auch und besonders für den Glasmüll. "Glasfrei werden wir dieses Jahr nicht schaffen, aber wir appellieren an jeden, freiwillig zu verzichten", sagte Pitzer. 

Als alles gesagt war, machte auch "Angus" einen ruhigeren Eindruck, legte sich auf den Boden und ließ sich von den Besuchern hinterm Ohr kraulen. (schrö)