| 13.42 Uhr

Glasmacher der Zukunft Ulrich Tappe projektiert das Viertel

Glasmacher der Zukunft Ulrich Tappe projektiert das Viertel
Unten Restaurant, oben Wahrzeichen, in der Mitte Brack Capital mit Büros - so sieht der Entwickler Ulrich Tappe die Zukunft. FOTO: schrö
Den Gerrixturm als Wahrzeichen freigestellt, die Häuser um halboffene Innenhöfe gruppiert, eine Kita im Kesselhaus – Projektentwickler Ulrich Tappe vom Eigentümer Brack Capital hat Politikern und Bürgern seine Ideen fürs Glasmacherviertel vorgestellt. Von Klaus Schröder

Im Rathaus war der Sitzungsraum überlaufen, denn ein weiteres Mal redete jemand die Zukunft für die über 30 Hektar ehemaliges Glashüttengelände herbei. Ulrich Tappe greift auf ein großes Netzwerk von Architekten, Gutachtern und Stadtplanern zu und verweist stets auf das Wohngebiet Grafental, dessen Aufbau seine letzte Wirkungsstätte war.

Die bisherigen Planungen seit dem Werkstattverfahren vor zehn Jahren tastet er in den wesentlichen Grundzügen nicht an, setzt aber auf einige entscheidende Änderungen. So soll der Glasturm nicht mehr in einen Gebäuderiegel integriert werden, sondern freistehen. „Unten werden wir einen Kubus haben mit einem Restaurant und in die beiden oberen Etagen werden wir selbst einziehen.“ Zehn bis fünfzehn Jahre wird seiner Meinung nach das Bauen und Vermarkten dauern. Die meisten Mietwohnungen will Brack Capital selber bewirtschaften, „aber wir werden auch eine Quote von mindestens 50 Prozent Eigentum anstreben“, Viertel mit solch einem Verhältnis funktionierten besser. Die Innenhöfe im Gebiet will Tappe leicht schließen, „damit etwas mehr Privatheit möglich ist.“ Alle Straßen im Viertel werden nach seiner Vorstellung verkehrsberuhigt gestaltet. Die Tiefgaragen der Baukörper sollen schnell erreichbar sein, „damit wir nicht zu viel Verkehr haben.“ Eine Zufahrt von den Mauresköthen lehnt er ab, wegen der Gefahr von Schleichverkehr. Auch die monumentale gläserne Lärmschutzwand zur Bahnlinie gefällt ihm nicht, weil das ideale Flächen für Graffiti sind, er möchte eher die Gebäude im 90-Grad-Winkel anordnen und durch Glasfugen Lärm abweisen. Große Visionen für ein Museum in den beiden Denkmälern Kesselhaus und Elektrozentrale glaubt Tappe zum Scheitern verurteilt, „dafür gibt es keinen Investor und kein Geld.“

Viel lieber sähe er hier eine Kita und vielleicht einen großen Saal, der am Abend auch von Vereinen genutzt werden kann.

Ruth Orzessek-Kruppa als Leiterin des städtischen Planungsamtes sagte nach dem Vortrag von Ulrich Tappe, sie finde sehr viel Vorschläge gut, „der Teufel steckt aber im Detail.“ Wie viel Wohneinheiten sollen es werden, 1800, 1600, 1500? Gibt es wirklich nur 28 Einfamilienhäuser? Reichen die Stellplätze auch für den Besucherverkehr? Sie und ihr Team werden sich in den kommenden Monaten intensiv mit dieser Fläche auseinandersetzen, „denn das ist die größte, die wir haben.“

Wenn alles glatt läuft, könnte die Offenlage des Bebauungsplans noch dieses Jahr erfolgen, „und dann fangen wir parallel an zu bauen, wie wir es auch in Grafental getan haben“, beschloss Ulrich Tappe den Tagesordnungspunkt. Viele Besucher und Politiker klatschten Beifall.

Klaus Schröder

(City Anzeigenblatt Duesseldorf)