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Reiseberichte
La Palma überrascht
Bananenstaude mit Blüte auf La Palma Foto: Janine Bergendahl
Wandern auf La Palma Foto: Janine Bergendahl

Wer La Palma, die „isla bonita" der Kanaren, auf ihren vulkanischen Ursprung reduziert und eine öde Vulkan-Landschaft erwartet, der wird vom 706 km² kleinen Eiland überrascht. Kein Wunder, wird La Palma doch auch "die Grüne" ("La Verde") genannt.

Platanos

Vor allem im Süd-Westen der Insel sieht man dicht an dicht die Plantagen mit grünlich-gelbe Bananen-Stauden mit ihren violetten Blüten. Die Haupteinnahmen der Insel liegen nämlich laut Statistik nicht im Tourismus, sondern in Bananen. Die so genannten Platanos sind sehr viel kleiner als unsere XL-Bananen, dafür aber auch viel geschmackvoller und süßer. Das liegt am hohen Fruchtzucker-Wert von 22 Prozent, bei hiesigen Bananen kommen wir gerade mal auf 18 Prozent.

Der größte Feind der Bananen ist der Wind - er knickt die Pflanzen ab und vernichtete so in der Vergangenheit ganze Ernten. Deshalb sind die Palmieros jetzt dazu übergegangen, eine chinesische Sorte anzubauen. Sie wird zwischen 3,5 und 4 Meter hoch und bietet so dem Wind weniger Angriffsfläche. Außerdem schützen viele Plantagenbesitzer ihre Pflanzen mit weißer oder grauer Plastikfolie. Der Bananen-Anbau wird kräftig subventioniert, denn allein für ein Kilogramm Bananen werden 800 Liter Wasser benötigt. Jährlich werden etwa 60.000 Tonnen Bananen von La Palma aus verschifft.


Insel-Leben

La Palma ist die fünftgrößte Insel der Kanaren und hat sich immer noch ihren Ruf der "individuellen Insel" erhalten. Farbenfrohe Häuser in Lila, Hellblau, Orange und Rosa erinnern an Kuba und setzen schöne Akzente gegen den strahlendblauen Himmel. Die Inselregierung bezuschusst auch dieses bunte Treiben und so ist der Experimentierfreude in knalligen Farben scheinbar keine Grenze gesetzt.

Die Strände auf La Palma haben dunklen, aber sehr feinen Lavasand. Sie sind nicht so lang wie auf Gran Canaria oder Fuerteventura, trotzdem sind sie bei den Gästen beliebt. Einige Strände wurden sogar mit der "Blauen Fahne" der Europäischen Union ausgezeichnet, das liegt vor allem an der hervorragenden  Wasserqualität. In der abgelegenen Bucht von Las Monjas befindet sich der einzige offizielle FKK-Strand der Insel.

Wanderungen

Naturfreunde wie Wanderer kommen auf La Palma auf ihre Kosten. Das Wander-Wegnetz erstreckt sich über tausend Kilometer und ist dabei mit Farbmarkierungen gekennzeichnet. Gelbe Zeichen weisen solche Wege aus, die in ihrer Gesamtlänge maximal 10 Kilometer betragen. Doch auch längere Touren sind möglich. So steht die Markierung "GR" (Gran Recorrido) für Wege, die in ihrer Länge nicht an einem Tag durchwandert werden können. Hier gibt es von der Inselregierung einen speziellen Führer (Topoguía) inklusive Wanderkarte.

Unerfahrene Wanderer sollten besser professionell geführte Trekking-Touren begleiten, die in den Schwierigkeitsstufen "leicht", "mittel" und "anstrengend" angeboten werden. Für alle Wanderer aber gilt: Ohne professionelles Schuhwerk (keine Turnschuhe!) sollte man keine Tour wagen. Die Wege sind an manchen Stellen sehr schmal und führen auch an tiefen Schluchten entlang. Zehn Touristen lassen pro Jahr ihr Leben auf Wanderungen - Hauptgrund ist hier die falsche Ausrüstung!

Genuss

Die kanarische Küche ist einfach, aber köstlich. Gebratener oder gegrillter Fisch wie Seepapagei, Dorade, Zackenbarsch oder Rotbrasse schmecken hier am besten. Dazu gibt es Salat und kanarische Kartoffeln, die in Meerwasser gekocht und mit grüner oder roter Mojo, also scharfer Paprika-Knoblauchsauce, gegessen werden.

Zum Nachtisch bieten heimische Früchte wie Bananen, Kiwis, Papayas, Feigen und Mangos eine gesunde Alternative zu Zuckercreme, Biskuit und almendrados, kleinen Mandeltörtchen. Palma ist außerdem berühmt für seine flüssigen Spezialitäten: Wein, Rum und hausgemachte Liköre.

Nach einem reichhaltigen Essen genießt man als krönenden Abschluss am besten Puros, wie die Zigarren auf La Palma genannt werden. Die Rauchwaren haben einen sehr guten Ruf, der durchaus mit dem der kubanischen Havannas mithalten kann.


Text & Fotos: Janine Bergendahl


Mehr Infos gibt es beim
Spanisches Fremdenverkehrsamt Düsseldorf
Grafenberger Allee 100
40237 Düsseldorf
Tel. 0211/6803980




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