 |
| Ungewohntes Bild am Flughafen: Dort fährt die Bundespolizei jetzt mit Segways Streife. Foto: ho |
ho) So viel Aufmerksamkeit erleben Björn Kircher und seine Kollegin Maleike Weber in ihren dezenten blauen Uniformen sonst nicht. Als Beamte der Bundespolizei sorgen sie am Flughafen für Sicherheit. Jetzt sind sie dort die Attraktion. Im Rahmen eines Pilotprojektes hat die Bundespolizei ab sofort vier sogenannte Segways am Düsseldorfer Flughafen im Einsatz. Die Fahrzeuge waren bislang eher aus Klamauk-Komödien à la „Kaufhaus-Cop“ bekannt. „Natürlich lachen die Leute“, sagt Björn Kircher und muss selbst grinsen. Doch der Spaß ist höchstens angenehmer Nebeneffekt. Ein halbes Jahr lang werden die vier Segways getestet. Zwei der Fahrzeuge sind sogar mit Blaulicht und Martinshorn versehen. Michael Mertens ist Leiter des Projektes. „Wir haben nur eine beschränkte Zahl von Polizisten am Flughafen und wollen diese effizienter einsetzen.“ Mit den Segways seien die Streifen schneller als zu Fuß, könnten weitere Wege schaffen und seien vor allem auch sichtbar für die Menschen. „Wir erhoffen uns einen regelrechten Leuchtturmeffekt. Die Bürger sollen die Beamte wahrnehmen und damit mehr Sicherheit bekommen“, erklärt Mertens. In den nächsten sechs Monaten wollen die Düsseldorfer herausfinden, ob die Segways Sinn ergeben. Kostenpunkt: Rund 8000 Euro pro Fahrzeug. Für die normale Streife sind die drolligen Roller auf 9,6 km/h gedrosselt, können aber im Notfall bis zu 20 km/h schnell fahren. Die montierten Taschen ermöglichen die Mitnahme von Material, für das sonst ein Rucksack nötig wäre. „Handschuhe, Handfesseln, Absperrband, Erste-Hilfe-Material und vieles mehr“, verrät Hermsen. Björn Kircher und Maleike Weber sind derweil schon wieder im Terminal unterwegs, wo sich jede Menge Flughafen-Besucher verwundert die Augen reiben, angesichts der „Rollo-Cops“ schmunzeln. Weber und Kircher nehmen es mit Humor, lächeln freundlich. Das mit dem Leuchtturm scheint zu funktionieren.
Die Bundespolizei: untersteht dem Bundesministerium des Innern. Sie ist u.a. zuständig für die Sicherung von Flughäfen und Bahnhöfen. Bei Großeinsätzen unterstützt sie beispielsweise auch die Polizeien der Bundesländer.
Ihre Meinung? Schräg oder genial? E-Mail: redaktion@duesseldorfer-anzeiger.de
Sagen Sie uns Ihre Meinung zu diesem Artikel. Kontakt zur Redaktion
Artikel versenden
|