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Nach Leichenfund am Hafen: 16-Jähriger gesteht die Tat

Nach Leichenfund am Hafen: 16-Jähriger gesteht die Tat
Pressekonferenz im Polizeipräsidium (v. li.): Polizei-Pressesprecher André Hartwich, Staatsanwalt Matthias Ridder und Kriminalhauptkommissar Volker Elsner. FOTO: ho
Die Leiche eines 15-jährigen Mädchens aus dem Rheinland  wurde am Sonntag in der alten Papierfabrik am Hafen gefunden. Todesursache: "Schneidende Gewalt gegen den Hals", wie Staatsanwalt Matthias Ridder in einer Pressekonferenz am Montagnachmittag im Polizeipräsidium erklärt. Von Yvonne Hofer

Eine Fotograf, der Aufnahmen in dem maroden Gebäude machte, hatte das Opfer gefunden und die Polizei benachrichtigt. "Die Tatort-Arbeit dauerte geraume Zeit, weil es sich um einen großen Gebäudekomplex mit vielen Zugängen handelt", erklärt Kriminalhauptkommissar Volker Elsner.

Noch während die Beamten vor Ort ermittelten, begab sich der Tatverdächtige in den Bereich der Polizeiabsperrung. "Er fragte nach einer weiblichen Person, nannte ihren Namen und ob wir sie schon gefunden hätten", so Elsner. Schließlich äußerte er spontan, das Mädchen umgebracht zu haben. Noch vor Ort wurde er durchsucht und "offenbarte freiwillig das Tatwerkzeug". Dabei handelt es sich um ein sogenanntes Multi-Tool.

"Noch am Tatort machte der Tatverdächtige Angaben, die umfangreiches Täterwissen offenbarten", ergänzt der Staatsanwalt.

Bei einer späteren Beschuldigtenvernehmung schilderte er den Tatverlauf detailliert. Danach hatten die beiden jungen Leute, deren lose Beziehung bereits über einen längeren Zeitraum dauerte, den ganzen Samstag im Neusser Rheinparkcenter verbracht.

Der Tatverdächtige hatte schließlich den Vorschlag gemacht, die alte Papierfabrik aufzusuchen. In den Nachtstunden von Samstag auf Sonntag  sei es zu der Tat gekommen. "Eine kurze verbale Auseinandersetzung ging dem voraus", so Ridder.

Der 16-Jährige, dessen Eltern nicht nur Vernehmung ihres Sohnes ins Düsseldorfer Polizeipräsidiums gekommen waren, hat die Tat eingeräumt. Ein psychiatrischer Sachverständiger räumt zum Tatzeitpunkt eine Schuldunfähigkeit des Tatverdächtigen ein -  aufgrund einer schizophrenen Erkrankung. Der Staatsanwalt hat zunächst eine einstweilige Unterbringung veranlasst und bewertet die Tat aktuell als Totschlag. "Es gibt keine Anhaltspunkte für das Vorliegen von Mordmerkmalen."

Der 16-jährige Tatverdächtige aus dem Ruhrgebiet war zuvor bereits in Behandlung gewesen. Polizeilich in Erscheinung getreten war er zuvor zweimal: Bei einem Verkehrsunfall und wegen Verstoß gegen das Waffengesetz. Er hatte einen Elektroschocker.

Opfer und mutmaßlicher Täter sind Deutsche.