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Kein Grund zur Panik

Kein Grund zur Panik
FOTO: Archiv
Der warme Sommer hat Wespen- und Hornissenvölker in diesem Jahr schneller als sonst üblich ihre höchste Individuenzahl erreichen lassen.

Entsprechend häufen sich die Begegnungen mit den ungebetenen, gelb-schwarzen Gästen und die Anfragen beim NABU NRW, wie gefährlich Wespen und Hornissen am Haus oder im Garten tatsächlich sind.
Grundsätzlich bestehe kein Grund zur Panik, so der NABU und gibt Tipps, wie sich jeder effektiv schützen kann und was nach einem eventuellen Stich zu beachten ist.

Auf der Suche nach Nahrung werden Wespen zurzeit vermehrt von süßen Speisen und Grillfleisch angelockt. Während Kuchen, Eis und Saft der eigenen Versorgung dienen, wird Grillfleisch nur zur Aufzucht der Brut genutzt. Kommen einem die gelb-schwarz-gestreiften Tiefflieger dabei zu nahe, bewahrt man am besten Ruhe.

Auf keinen Fall sollte man wild um sich schlagen, oder die Tiere anpusten, denn das Kohlendioxid in der Atemluft ist ein Alarmsignal für die Tiere und versetzt sie in Angriffshaltung.

Vielmehr sei sanftes Wegschieben das Mittel der Wahl. Außerdem empfiehlt es sich, süße Speisen und Getränke im Freien abzudecken, um die Wespen nicht erst anzulocken. Sinnvoll ist es auch, nicht aus offenen Flaschen zu trinken, sondern Strohhalme zu benutzen. Normalerweise reagieren Wespen bei ihrer Nahrungssuche nicht aggressiv.

Sie wehren sich erst, wenn sie um ihr Leben bangen. Hektische oder panische Bewegungen sollten daher in der Nähe von Wespen und Hornissen vermieden werden. Ärger ist also meist vorprogrammiert, wenn Menschen nach den gelb-schwarzen Brummern schlagen und versuchen, sie zu vertreiben.

Sollte es dabei zu einem Stich kommen, sind diese zwar häufig etwas schmerzhaft. Bei normalgesunden Menschen – vom Kleinkind bis zum Greis – klingen Schmerz und Schwellung aber innerhalb weniger Stunden bis Tage ab. Der NABU rät, die Beschwerden zu lindern, indem man unmittelbar nach dem Stichereignis Zitronensaft oder eine halbe Zwiebel auf die Stelle gibt. Mit Coolpacks ließen sich die Beschwerden weiter verringern.

Ein Sonderfall seien allerdings Menschen mit allergischen Reaktionen auf Wespenstiche. Diese Allergie, die drei bis fünf Prozent der Bevölkerung betreffe, äußere sich in Reaktionen, die weit über eine lokale Schwellung hinausgehen. Bei Symptomen wie Ohnmacht, Schwindel, Übelkeit oder bei Stichen im Mund sollte umgehend ärztliche Hilfe geholt werden. Menschen mit bekanntermaßen allergischen Reaktionen gegenüber Wespenstichen sollten eine Erste-Hilfe-Ausrüstungen und Medikamente von ihrem Arzt mit sich führen.

Im Sommer schwärmen Wespen in Gärten und Siedlungen herum und leisten wichtige Dienste für Landwirte und Hobbygärtner, indem sie unerwünschte Insekten wie Raupen und Fliegen fangen. Deshalb sollte man bei Wespennestern im eigenen Garten nicht gleich zu drastischen Maßnahmen greifen. Der NABU rät: Bevor ein Wespennest umgesiedelt werden soll, sollte man sich überlegen, ob nicht doch ein Miteinander von Mensch und Wespenstaat möglich ist. Spätestens im Herbst sei die Zeit der Wespen vorbei. Dann sterben die Völker ab und nur die diesjährigen Königinnen überwintern, um im nächsten Jahr neue Völker zu gründen.

Weitere Infos zum richtigen Umgang mit Wespen und Hornissen sind unter
www.nabu-nrw.de zu finden.