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Maskenmann
Rapper Cro kommt in den ISS Dome

Düsseldorf: Rapper Cro im ISS Dome
Cro FOTO: Saeed Kakavand
Sein Markenzeichen? Eine Pandamaske. Sein Stil? Raop, eine Eigenkreation. Von Katja Vaders

In der Musikgeschichte gab es immer wieder Künstler, die ein Geheimnis aus ihrer wahren Identität machten: The Residents, eine 1969 gegründete Avantgarde-Band aus San Francisco, präsentiert sich bis heute der Öffentlichkeit in Frack, Zylinder und künstlerisch gestalteter Zyklop-Maske. Auch die New Yorker Musiklegende Kiss blieb zunächst anonym und zeigte sich die ersten zehn Jahre ihrer Bandgeschichte ausschließlich mit aufwendig geschminkten Gesichtern. In Deutschland war es der Rapper Sido, der mit einer Totenschädel-Maske von sich Reden machte, die er allerdings wenige Jahre später an den Nagel hängte; aktuell ist es Cro, der sich bereits seit Beginn seiner Karriere 2012 hinter einer Panda-Maske versteckt. Sein wahrer Name Carlo Waibel ist zwar bekannt, allerdings weiß niemand so recht, wer hinter der Kunstfigur Cro steckt. Die Panda-Maske zu tragen war übrigens zunächst ein spontaner Einfall, inzwischen schätzt der Rapper jedoch die Anonymität, die er durch sein Versteckspiel wahren kann.

Der 28-Jährige Cro ist definitiv ein Multitalent, verdingt sich als Musiker, Künstler, Modedesigner, Regisseur sowie Produzent. Zudem hat er mit seinem ganz speziellen Sound ein eigenes Genre erschaffen, das er "Raop" nennt – eine Symbiose aus Rap und Pop. Und auch wenn er immer noch ausschließlich inkognito auftritt, liebt es der Musiker vermehrt, Bruchstücke seiner wahren Identität in der Öffentlichkeit zu zeigen. So ist er in seinem 2017 erschienenen Video zum Song "Baum" das erste Mal ohne Maske zu sehen, obwohl sich sein Gesicht dabei weiterhin nur erahnen lässt. In der letzten Woche postete er sogar ein Selfie auf Instagram "oben ohne"– hält sich dabei jedoch gekonnt eine Katze vor die Nase. Cros momentane Offenheit lässt definitiv Raum für Spekulationen: Kennzeichnet das vermehrte Ablegen der Maske den Beginn einer neuen Ära in der Karriere des Rappers?

Es hat sich nämlich einiges getan bei Cro. Bei Erscheinen seines aktuellen Albums "Tru" im Herbst 2017 hatte er angekündigt, neue Wege beschreiten zu wollen. Dies tut er nicht nur musikalisch: "Tru" zeichnet sich durch bemerkbar ernstere Texte sowie durch eine reifere musikalische Herangehensweise aus. Bei Erscheinen der Platte kündigte er zudem an, mit sieben exklusiven Shows dahin zurückzugehen, wo alles begann: auf Anfang, in die Clubs. Irgendwann komme der Punkt, an dem man den Pausenknopf drücken und die Außenwelt auf stumm stellen müsse, ließ er über sein damaliges Label Chimperator verlautbaren. Eine kurze Zäsur, denn 2018 ist Cro doch wieder in großen Hallen zu sehen, in Düsseldorf wird er im ISS Dome auftreten. Außerdem beendete Deutschlands wohl erfolgreichster Rapper die Zusammenarbeit mit Chimperator, um zunächst sein eigenes Label truworks records zu gründen, mit dem er aber nun beim Musikgiganten Universal Music andockte. Diese Kollabo gebe ihm die Möglichkeit, künftig nicht nur eigene Songs herauszubringen, sondern verstärkt neue Projekte und Künstler zu fördern, so Cro. Man darf also gespannt sein, welche Acts er zukünftig als Labelboss herausbringen wird. Jetzt dürfen sich seine Düsseldorfer Fans erstmal auf die Show im ISS Dome freuen, in der der vermeintlich neue Cro neben den aktuellen Tracks sicherlich auch den einen oder anderen alten Hit zum Besten geben wird.

8.11., 19:10 Uhr, ISS Dome, DEG-Platz, Düsseldorf