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Gewohnt ungewohnt
Das Open Source Festival und sein Congress

Düsseldorf: Das Open Source Festival auf der Galopprennbahn Grafenberg
Singen über die Unendlichkeit und mehr: Tocotronic FOTO: Michael Petersohn
Das Open Source Festival ist immer für eine Überraschung gut. In diesem Jahr findet am Tag vor den Konzerten erstmals der Open Source Festival Congress statt. In dessen Rahmen spricht unter anderem der Philosoph Richard David Precht. Von Alexandra Wehrmann

Aber erst mal zur Musik. Die ist natürlich auch in diesem Jahr die Hauptsache auf dem Gelände der Galopprennbahn Grafenberg. Zahlreiche nationale, internationale und lokale Bands und Musiker haben für den 14. Juli ihr Kommen zugesagt. Allen voran die diesjährigen Headliner von Tocotronic. Die waren vor neun Jahren zum letzten Mal auf der Galopprennbahn Grafenberg zu Besuch. 2018 haben die Tocos ihr zwölftes Album veröffentlicht, das sie auf der Main Stage gegenüber der überdachten Zuschauertribüne live präsentieren werden. Dem Quartett zur Seite stehen auf der Hauptbühne Cigarettes after Sex, Zugezogen Maskulin, Stillia, die Solinger Blackberries und die großartige Joan Wasser, besser bekannt als Joan as Police Woman. Letztere hatte bereits die Ehre, mit Größen wie Lou Reed, Dave Gahan oder Rufus Wainwright gemeinsame musikalische Sache zu machen. Zum OSF kommt sie ohne prominente Herren-Begleitung, dafür aber mit ihrem zeitlosen Sound aus Soul, SingerSongwriter- und Indierock.

Der gar nicht so heimliche Star der Carhartt WIP Stage ist derweil Mykki Blanco, deren Sets irgendwo zwischen Performancekunst, Spoken Words, Rap und Punk anzusiedeln sind und die mit ihrer Kunst eindringlich deutlich macht, dass "schwul" in der Hip-Hop-Szene kein Schimpfwort mehr sein darf. Da schließen sich die anderen Künstler sicherlich an, allen vorab zwei Düsseldorfer Eigengewächse, die ebenfalls die zweitgrößte Bühne des OSF erklimmen dürfen. Daniela Georgieva fabriziert unter ihrem Künstlernamen Pony einen Sound, der derart hart und elektronisch ist, dass er so gar nicht mit ihrer zarten Gestalt zusammenpassen mag. Und Sebastian Lee Philipp alias Die Wilde Jagd zählt derzeit sowieso zum heißesten musikalischen Scheiß made in Düsseldorf. Das Programm ist mit Arp Frique, Laurel Halo und Kamaal Williams noch lange nicht komplettiert. Schließlich wäre da auch noch die Young Talent Stage, auf der sich traditionell der musikalische Nachwuchs aus der Region tummeln darf.

Neuheit hingegen der schon eingangs erwähnte Congress am Festival-Vortag. In dessen Rahmen geht es neben Musik auch um Design, Philosophie, Politik, Digitalisierung, Architektur, Biologie und vieles mehr. Der Leitgedanke des Congress: Wie ist man eigentlich kreativ – in den ganz unterschiedlichen Bereichen und Branchen? Wo sind die Schnittmengen? Und welche Fragen müssen wir uns gegenseitig stellen, um Zukunft zu gestalten? Dürfte spannend werden! Und weil die Erweiterung des eigenen Horizonts bekanntermaßen unbezahlbar ist, sollte man die Kosten in diesem Fall nicht scheuen. Die Teilnahme am Congress kostet 199 Euro.

13.7. Congress, 14.7. Festival, Galopprennbahn Grafenberg, Rennbahnstr. 20, Düsseldorf