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Die Opern-Blockbuster

Die Opern-Blockbuster
Erfolgreiches Team der Deutschen Oper am Rhein: Generalintendant Christoph Meyer, Chef-Dramaturgin Hella Bartnig, Ballettdirektor Remus Sucheana, die Geschäftsführende Direktorin Alexandra Stampler-Brown, Generalmusikdirektor Axel Kober, Martin Schläpfer, Künstlerischer Direktor und Chefchoreograph Ballett am Rhein, und Operndirektor Stephen Harrison. FOTO: DOR/ Susanne Diesner
Wer Karten für die Neuinszenierung von Richard Wagners "Ring des Nibelungen" in der Düsseldorfer Oper haben möchte, könnte Pech haben. Rheingold und Walküre sind bereits regelmäßig ausverkauft. Von Yvonne Hofer

Generalmusikdirektor Axel Kober ist sicher: Mit Siegfried wird es genauso gehen. Und in der neuen Spielzeit folgt schließlich die Götterdämmerung. Premiere in Düsseldorf ist am 27. Oktober.

Der Ring entpuppt sich als echter Opern-Blockbuster. Das gilt auch für Mozarts Zauberflöte und Strawinskys/ Ravels Petruschka/ L'Enfant et les Sortilèges.

"Für mich und das Haus steht Götterdämmerung im Mittelpunkt", sagt Kober bei der Vorstellung des neuen Spielplans 2018/ 19. Seine Wagner-Kompetenz macht ihn auch an anderen Häusern zum gefragten Mann. Im Januar 2019 wird er den kompletten Ring an der Wiener Staatsoper dirigieren. Er lobt die herausragende Sängerbesetzung des Rings an der Deutschen Oper am Rhein. Vor fünf Jahren habe man viele Sänger angefragt, die nun in Düsseldorf im Ring debütierten. Und: "Der Wagner-Rausch klappt nur, weil ich ein tolles Dirigenten-Team am Haus habe!"

Als leichtes Gegenstück zum großen Ring gibt's in der kommenden Spielzeit "Die Fledermaus". Premiere ist am 8. Dezember in Duisburg. Für Düsseldorfer Theatergänger eine besondere Freude: "Den Frosch spielt Wolfgang Reinbacher", sagt Generalintendant Christoph Meyer. Regisseur Axel Köhler gilt zudem als ausgewiesener Operetten-Experte.

Auch eine Uraufführung (16. Februar) ist in der nächsten Spielzeit vorgesehen. Ausgefallener Titel: "Schade, dass sie eine Hure war". Die Oper geht zurück auf John Ford, einen Zeitgenossen Shakespeares. "Er hat das Theater bis zum Exzess getrieben", erklärt Chefdramaturgin Hella Bartnig. Das Libretto stammt von Kerstin Maria Pöhler, Komponist ist Anno Schreier, von dem Christoph Meyer sagt: "Ich halte den für einen sehr begabten jungen Komponisten." Und Hella Bartnig verspricht für die Produktion "schockierende Schlusseffekte".

Nach 40 Jahren erstmals wieder auf dem Spielplan der Oper: Pique Dame von Tschaikowski. (25. Mai 2019). Und auch die Junge Oper am Rhein ist mit einer neuen Produktion vertreten: "Geisterritter" von James Reynolds. Eine Kooperation der Häuser Düsseldorf, Duisburg, Bonn und Dortmund. Für Christoph Meyer eine Herzensangelegenheit. Bis zu 34.000 Kinder und Jugendliche im Duisburger und Düsseldorfer Publikum - darauf ist der Intendant stolz.

Auch das Ballett geht mit einem großen Aufschlag in die neue Spielzeit: Martin Schläpfer choreographiert Schwanensee. Insgesamt sind fünf Neuproduktionen vorgesehen. Und auch die große Silvestergala übernimmt in diesem Jahr der Tanz.

Alexandra Stampler-Brown ist Geschäftsführende Direktorin und so etwas wie die Herrin der Zahlen. In Düsseldorf hat sie die Preisstruktur bereits verändert, Duisburg wird folgen. Mit zunehmender Zuschauerzahl wachsen so auch die Einnahmen. Sechs Prozent mehr Zuschauer in der aktuellen Spielzeit als im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres und sieben Prozent mehr Einnahmen durch Kartenverkäufe. "Vor allem die flexiblen 8er und 6er Abos verkaufen sich gut", so Stampler-Brown. Die Gesamtkosten liegen knapp über 50 Millionen Euro. "Für uns eine große Herausforderung."

! Etat der Deutschen Oper am Rhein mit den Bühnen Düsseldorf und Duisburg:

27,8 Mio. Euro Stadt Düsseldorf

9,67 Mio. Euro Stadt Duisburg

Land NRW 1,8 Mio. Euro

Freundeskreis: 265.000 Euro

Eigenertrag: 9,6 Mio. Euro