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Das Brustzentrum stärken

Das Brustzentrum stärken
Der neue Chefarzt im Brustzentrum heißt Dr. Björn-Wieland Lisboa (Mitte), eingerahmt vom Chefarzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie, Professor Dr. Christoph Andree und dem Kaufmännischen Direktor Michael Weckmann. FOTO: schrö
Die Sana-Klinik in Gerresheim hat Dr. Björn-Wieland Lisboa zum neuen Chefarzt des Brustzentrums berufen. Jetzt stellte er sich der Öffentlichkeit vor. Von Klaus Schröder

Wie kann man eine Frau, die an B

rustkrebs erkrankt, heilen und anschließend in ihrem Selbstwertgefühl unterstützen? Diese Frage stellen sich seit vielen Jahren die beiden Spitzenmediziner Dr. Björn-Wieland Lisboa als Gynäkologe und Prof. Dr. Christoph Andree als plastischer Chirurg. Innovative Antworten geben sie ab sofort gemeinsam in der Sana-Klinik an der Gräulinger Straße.

Der Brustkrebs-Experte Lisboa leitete vorher das Brustzentrum an der Uni-Klinik in Hamburg und war danach neun Jahre als Chefarzt der Senologie am Bethesda Krankenhaus Duisburg tätig. Von Anfang an war ihm klar: „Wir arbeiten miteinander und bieten das Beste aus zwei Welten an.“ Er fühlt sich für die Behandlung der Krankheit zuständig, hat aber bei den OP’s schon die Rekonstruktion der Brust vor Augen, die dann Dr. Andree vornimmt. „Um etwas gut zu tun, muss man es oft tun, möglichst täglich.“ Und das Brustzentrum der Sana-Klinik führt nach eigenen Angaben „europaweit die meisten Brust-Rekonstruktionen“ durch.

Warum ist solche Team-Arbeit nicht gang und gäbe? Dr. Lisboa erklärt: „Früher haben die Gynäkologen alles gemacht, doch heute können sie in der plastischen Chirurgie niemals die Qualität von Spezialisten erreichen, weil die Technik sich weiterentwickelt hat.“ Den wichtigsten Satz in seiner Ausbildung beherzige er bis heute: „Lerne, wann du aufhören musst.“

Außerdem informierten die beiden Mediziner über den aktuellen Stand der Brustkrebsbehandlung. Lisboa: „80 Prozent der erkrankten Frauen können geheilt werden.“ Andree: „Brustkrebs ist heute kein Notfall mehr, das bedeutet: es muss keine Hektik aufkommen.“ Zwischen Diagnose und OP könnten sich Patientinnen Zeit lassen und sich vor allem damit auseinandersetzen, wo sie sich operieren lassen wollen. Nichtsdestotrotz wissen die beiden Ärzte darum, dass Brustkrebs für Frauen etwas „ganz, ganz Schlimmes“ sei. „Die Brust ist für die Identifikation von Frauen entscheidend.“

Bei der Behandlung werden die Therapien immer spezieller und individueller. Lisboa: „Wir haben enorme Fortschritte bei den Testverfahren gemacht und können die Eigenschaft des Tumors oft sofort erkennen.“ Das erleichtert die Medikamentierung, nicht immer ist eine Chemo nötig und Lymphknoten könnten viel öfter erhalten werden als früher.

Dennoch arbeiteten Wissenschaftler weltweit hochkonzentriert an weiteren, noch genaueren Diagnose-Verfahren. Hier kommt Michael Weckmann ins Spiel, der Kaufmännische Direktor der Sana. „Wir sind froh, dass wir Dr. Lisboa für uns gewinnen konnten und haben außerdem für 200 000 Euro zwei neue Ultraschall-Geräte gekauft, um unsere Diagnostik noch zu verbessern.“

Die Idealvorstellung skizzierte Professor Dr. Andree zum Schluss. „Vielleicht müssen wir in nicht allzu ferner Zukunft gar nicht mehr operieren, weil die Tumorbiologie dann noch bessere Daten zur Verfügung stellt.“ Er und Dr. Lisboa würden sich jedenfalls auf diese Zeit freuen, auch wenn darin die Möglichkeit läge, dass ihre Tätigkeit überflüssig wird.

(City Anzeigenblatt Duesseldorf)